Verschmutzung

Abwasser fließt in Fluss – Auswirkungen auf Ostsee möglich

Abwasser fließt in Fluss – Auswirkungen auf Ostsee möglich

Abwasser fließt in Fluss – Auswirkungen auf Ostsee möglich

tv2/chu
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: DPA

Seit Dienstag vergangener Woche fließen jede Sekunde 3.000 Liter Abwasser in den polnischen Fluss Weichsel, der in die Ostsee mündet. Nun hat das dänische Ministerium für Umwelt und Ernährung reagiert.

Zwei Rohrleitungen, die Schmutzwasser von der polnischen Hauptstadt Warschau über die Weichsel bis in die Kläranlage Czajka transportieren, sind gebrochen. Wie der Nachrichtensender TV2 unter Berufung auf polnische und schwedische Medien berichtet, fließt nun eine große Menge Abwasser in den Fluss mit Mündung in der Ostsee.

Wie die polnische Presse schreibt, wird das Abwasser nach Angaben der polnischen Behörden am kommenden Wochenende in die Ostsee gelangen.

„Wir nehmen die Einleitung von Abwasser in die Weichsel sehr ernst und haben daher Polen über seinen polnischen Vertreter der Ostseekooperation (HELCOM) kontaktiert, um mehr über das Ausmaß der Verschmutzung und die Maßnahmen zu erfahren, die Polen ergriffen hat“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums an „TV2“.

Laut Anders Alm, Ostseeexperte der Umweltschutzorganisation (WWF), könnte das Abwasser in der ohnehin schon verschmutzten Ostsee für große Probleme sorgen. Wie er der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ mitteilte, könnten sanitäre Probleme entstehen. Giftige, krankmachende Bakterien, Fischsterben und unangenehmer Geruch könnten die Folge sein. Das Gebiet, in das die Weichsel münde, leide bereits.

Haupt- und Notleitung ausgefallen

Sowohl die Haupt- als auch die Notleitung sei nach Angaben polnischer Medien in der vergangenen Woche ausgefallen. Laut dem polnischen Umweltminister, Henryk Kowalczyk, wurde die ohnehin dramatische Lage dadurch verschlimmert, dass die lokalen Behörden den Zusammenbruch der Leitungen 24 Stunden geheim hielten, schreibt das Medium „TVP“.

Aktuell arbeiten die polnischen Behörden mit Hilfe von 172 Soldaten daran, eine alternative Rohrleitung zu verlegen, die über den Fluss führen soll. Fischer und Landwirte sind davor gewarnt worden, Wasser aus dem Fluss zu entnehmen. Nach Angaben der polnischen Behörden sind täglich 260.000 Kubikmeter Wasser aus der Anlage in den Fluss geflossen.

Mehr lesen