Gesellschaft

Unaufmerksamkeit kostet immer mehr Leben auf Dänemarks Straßen

Unaufmerksamkeit kostet immer mehr Leben auf Dänemarks Straßen

Unaufmerksamkeit kostet mehr Leben auf Dänemarks Straßen

Apenrade/Aabenraa
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Immer mehr Menschen sterben auf Dänemarks Straßen. Foto: Paul Sehstedt

Fast 200 Menschen sind im vergangenen Jahr im dänischen Straßenverkehr ums Leben gekommen. Schuld sind weiterhin große Ablenkungen, vor allem durch Smartphones. Auch in Nordschleswig wurde ein neuer Höchststand erreicht.

199 Menschen sind 2019 auf dänischen Straßen ums Leben gekommen – 28 mehr als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Verkehrstoten steigt damit um 16 Prozent. Das zeigt der neueste Bericht der Verkehrsbehörde (Vejdirektoratet).

Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten) betrachtet die Entwicklung mit großer Sorge: „Es läuft leider etwas komplett falsch, wenn sich wieder zeigt, dass die Zahl der Verkehrstoten ansteigt“, so der Minister zur Nachrichtenagentur „Ritzau“.

Vor allem Unaufmerksamkeit ist schuld daran, dass viele Unfälle passieren. Der Bericht zeigt, dass dies in rund 64 Prozent aller Unglücke der Fall war.

Dies sei aber nichts Neues, meint die Sicherheitsexpertin der Verkehrsbehörde, Marianne Foldberg Steffensen.

„Das ist das gleiche Niveau wie 2010, als wir begonnen haben die Todesursachen zu untersuchen. Es ist also ein Umstand, der nur schwer abzustellen ist“, so Steffensen.

Smartphones oft die Ursache

Der Minister sieht vor allem Smartphones als Hauptursache dafür, dass viele Personen im Straßenverkehr abgelenkt werden und unaufmerksam sind. Aus seiner Sicht müsse sich am Verhalten der Bürger etwas ändern, sonst seien mehr Kontrollen und höhere Strafen notwendig.

„Es geht in erster Linie darum, im Verkehr verantwortungsbewusst zu handeln. Natürlich können wir Kontrollen durchführen, aber es ist notwendig, dass Bürger und Verkehrsteilnehmer auf sich selbst schauen und selbst Verantwortung übernehmen“, so der Minister.

Mehr als jeder vierte Unfall mit Todesfolge ist derzeit ein sogenannter Solounfall, in den kein weiterer Verkehrsteilnehmer involviert ist.

Eine zunehmende Rolle bei den Unfällen spielt auch der Konsum von Alkohol und Drogen. 2019 standen 56 Prozent der Personen, die einen Unfall verursacht haben, unter dem Einfluss von einem der beiden – so viele wie seit 2011 nicht mehr.

Von den 199 Toten waren 96 Personen mit einem Auto oder Lieferwagen unterwegs, 40 auf einem Motorrad, 31 mit dem Fahrrad, 30 waren Fußgänger und 2 saßen in einem Lastwagen.

Neuer Höchststand in Nordschleswig

Auch in Nordschleswig steigt die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren an. Von den 199 Personen starben laut jüngsten Zahlen der Verkehrsbehörde im vergangenen Jahr 22 auf den Straßen des südlichsten Landesteils. Im Jahr zuvor waren es noch 19.

Insgesamt gab es 2019 in Nordschleswig 1.154 Verkehrsunfälle – 178 mit Personenschaden. Die meisten Nordschleswiger, die im Straßenverkehr starben, waren in einem Kraftfahrzeug auf der Landstraße unterwegs. Insgesamt traf dies auf 60 Prozent aller Verunglückten zu.


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