Arbeitsmarkt

Umfrage: Viele finden es in Ordnung, dass der Chef sich ins Privatleben einmischt

jrp
Kopenhagen
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Foto: Paul Bence/Unsplash

43 Prozent der Arbeitnehmer sind laut Umfrage damit einverstanden, dass der Chef sich in private Dinge einmischt. Dies liege unter anderem daran, dass der Abstand zwischen Arbeits- und Privatleben im kleiner werde, meinen Experten.

43 Prozent der Arbeitnehmer finden es in Ordnung, wenn der Chef sich in ihr Privatleben einmischt. Das geht aus einer Umfrage des Analyseinstituts Wilke hervor, die im Auftrag der Internetzeitung avisen.dk gemacht wurde.

Seit den 1990´er Jahren ist es immer üblicher geworden, dass Unternehmen sich durch Zufriedensheitsbefragungen (trivselsmålinger) in den privaten Bereich der Mitarbeiter bewegen. Die Umfrage von Wilke macht jedoch deutlich, dass über 40 Prozent der Befragten damit einverstanden sind. 39 Prozent sind der Meinung, dass der Vorgesetzte seine Mitarbeiter zu einem gesünderen Lebensstil auffordern sollte. Dagegen sind es 13 Prozent, die sich vollkommen dagegen aussprechen, sich von den Vorgesetzten in das Privatleben reden zu lassen.

Meinungswechsel

„Weil Firmen über die Jahre mehr und mehr in die Privatsphäre der Angestellten involviert wurden, ist nun zu erkennen, dass es einen Meinungswechsel gibt, was die Mitarbeiter okay finden”, erklärte Anders Raastrup Kristensen, externer Lektor an der Copenhagen Business School (CBS) gegenüber avisen.dk.

Er meint außerdem, dass der Abstand zwischen Arbeits- und Privatleben kleiner werde. Als Grund für das Interesse der Unternehmen an der Zufriedenheit und Gesundheit der Arbeitnehmer sieht er die wirtschaftliche Leistung der Angestellten, die dort im Vordergrund stehe.

Marianne Vind, stellvertretende Vorsitzende bei HK Privat findet jedoch, dass die Entwicklung zu weit gehe und der Fokus der Unternehmen, effektive Angestellte zu haben, das Recht der Mitarbeiter untergrabe, Menschen zu sein, die Höhen und Tiefen hätten.

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