Grenzkontrollen

Soldaten an der Grenze sorgen für mehr Beamte in den Polizeikreisen

dodo
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Claus Fisker/Ritzau-Scanpix

Durch den Einsatz von Soldaten und Polizeikadetten für die Grenzkontrollen haben Polizisten zuletzt wieder deutlich mehr Arbeitsstunden in ihren Polizeikreisen abgeleistet. Das neue Ausreisezentrum auf Lindholm könnte die Entwicklung allerdings wieder stoppen.

Wenn Autos von Deutschland die Grenze nach Dänemark passieren, werden sie mittlerweile immer öfter von Soldaten oder Polizeikadetten kontrolliert.

Das hat dazu geführt, dass die Arbeitszeit, die Polizeibeamte für Grenzkontrollen verwendet haben, in den vergangenen zwei Jahren stark gefallen ist. Das zeigt ein Bericht von Justizminister Søren Pape Poulsen (Venstre) an den Rechtsausschuss des Parlaments.

Darin steht, dass Beamte 2016 noch mehr als 626.000 Arbeitsstunden für Kontrollen an der Grenze aufgebracht hatten und diese Zahl in den ersten zehn Monaten dieses Jahres auf 185.000 Stunden gefallen ist.

Freude bei der Reichspolizei

Thomas Kristensen, Pressechef der Reichspolizei, freut sich über die Entwicklung: „Es ist schön zu sehen, dass wir die Beamten zurück in die Polizeikreise bekommen haben, wo sie ihren übrigen Aufgaben nachgehen können“, so Kristensen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Und die 400.000 zusätzlichen Arbeitsstunden, die im vergangenen Jahr wieder in den Polizeikreisen abgeleistet wurden, seien bitter nötig, sagt der Pressechef, da 2018 so viele Anzeigen wie seit Jahrzehnten nicht mehr bei der Polizei eingegangen seien.

70-80 Beamte für Lindholm

Das Verhältnis bearbeiteter Fälle zu eingegangener Anzeigen lag am 11. Dezember dieses Jahres bei 42 Prozent. 2016 und 2017 waren es rund 35 Prozent.

Die Zahl droht in Zukunft allerdings wieder zu sinken, da Polizeibeamte das künftige Ausreisezentrum auf der Insel Lindholm zwischen Seeland und Møn bewachen sollen.Es wird geschätzt, dass 70 bis80 Vollzeitbeamte dafür abgestellt werden.

Mehr lesen