Tierschutzorganisation schlägt Alarm

So viele gemeldete Fälle von Tierquälerei wie nie zuvor

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Kopenhagen
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Die Zahl der Fälle, in denen die Tierschützer einschreiten mussten, stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent. Der Leiter der Tierschutzabteilung, Henrik Bucholdtz, meint, dass die gegründete Wachzentrale dazu beigetragen hat, die Menschen wachsamer zu machen.

Die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse musste sich im vergangenen Jahr um 3.747 Fälle von Tierquälerei oder Tiermissbrauch kümmern. Insgesamt handelte es sich dabei um 24.995 Tiere, die durch Menschenhand in Not waren. Das sind so viele wie nie zuvor, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

Die Zahl der Fälle, in denen die Tierschützer einschreiten mussten, stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent. In den meisten Fällen riefen Bürger die Telefonnummer 1812 an, um Tierquälereien oder Misshandlungen zu melden. In Süddänemark war das 879 Mal der Fall.

Henrik Bucholdtz, Leiter der Tierschutzabteilung bei Dyrenes Beskyttelse, meint jedoch, dass die hohe Zahl nicht damit gleichzusetzen sei, dass die Tiere schlechter behandelt werden, als zuvor. „Ich glaube, dass sich die Menschen seit Gründung der Tierschutzwachzentrale (Dyrenes Vagtcentral) vor sechs Jahren, einfach bewusster geworden sind, dass sie die 1812 anrufen können, wenn sie ein Tier in Not sehen”, sagt er.

59 Prozent der Anrufe bei der Tierschutzwachzentrale sind Meldungen von Tieren in der Landwirtschaft, die Hilfe benötigen. „In vielen Fällen können wir den Besitzern der Tiere im Dialog helfen. Oft ist ihnen die Pflege der Tiere über den Kopf gewachsen und wenn wir sie beraten haben, ist es ihnen meist möglich, diese Aufgabe wieder zu übernehmen. Wir sehen es nämlich glücklicherweise nicht so häufig, dass die Tiere bewusst misshandelt oder gequält werden”, berichtet Henrik Bucholdtz.

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