Coronavirus

Rückstau an Operationen kann trotz Lockerungen wachsen

Rückstau an Operationen kann trotz Lockerungen wachsen

Rückstau an Operationen kann trotz Lockerungen wachsen

cvt, Ritzau
Apenrade/Vejle/Kopenhagen
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Ptienten, deren Behandlung verschoben wurde, können sich Hoffnung auf einen neuen Termin machen. Foto: Ida Marie Odgaard/Ritzau Scanpix

Regionschefin Lose sieht noch kein Ende: Die Krankenhäuser in Dänemark haben weiterhin viel mit Corona-Patienten zu tun – und müssen nun entscheiden, welche Patienten sie zunächst ansonsten behandeln.

Das Gesundheitswesen in Dänemark wird in dieser Woche leicht geöffnet, nachdem es zuvor stark auf die Corona-Pandemie ausgelegt war. Dennoch könnte der Stau an verschobenen Operationen, Behandlungen und Kontrollen weiter wachsen, sagt Stephanie Lose (Venstre), Vorsitzende des Dachverbandes der für die Gesundheit zuständigen dänischen Regionen.

Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser weiterhin 800 Betten und 300 Plätze auf Intensivstationen für Coronapatienten bereithalten müssen. „Das ist eine recht große Aufgabe, wir werden also noch nicht an die volle Aktivität herankommen und deshalb wächst der Stau möglicherweise noch weiter“, sagt sie.

„Es geht um bis zu 75 Intensivplätze mehr als gewöhnlich, und das verlangt viel“, so Lose weiter.

Länge des Rückstaus liegt im Dunkeln

Einen Gesamtüberblick darüber, wie groß der Rückstau an Operationen und Behandlungen in allen Regionen ist, gebe es nicht. „An einem normalen Tag im dänischen Gesundheitswesen passieren sehr viele Dinge, es sind also viele Tausende Menschen hiervon betroffen“, sagt Lose, die zugleich Vorsitzende des Regionsrates der Region Süddänemark ist.

Deshalb sei es wichtig, dass jetzt damit begonnen werde, nicht mehr nur Corona-Patienten und Akute Fälle zu behandeln.

Am Montagabend hat die Regierung genau dies beschlossen. Die Krankenhäuser müssen nun entscheiden, was zuerst in Angriff genommen werden soll.

„Wir können nicht alle von einem Tag auf den anderen einbestellen, es werden also die Patienten mit dem größten Bedarf, um die wir uns zuerst kümmern“, sagt Lose, die davon spricht, dass Patienten, deren Behandlungen verschoben worden sind, in „überschaubarer Zukunft“ kontaktiert werden.

Es werde jedoch eine Weile vergehen, bis die Lage im Gesundheitswesen sich wieder normalisiert hat. Auch sie fordert, wie andere Politiker des bürgerlichen Lagers, dass Privathospitäler eingebunden werden, um den Rückstau an Behandlungen schneller abzuwickeln.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Urlaub oder Überleben“