Gesundheit

Neue Studie: Verkehrslärm erhöht das Demenzrisiko

Neue Studie: Verkehrslärm erhöht das Demenzrisiko

Neue Studie: Verkehrslärm erhöht das Demenzrisiko

Ritzau/kj
Kopenhagen
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30 Prozent der dänischen Bevölkerung sind einem Verkehrslärm von mehr als 58 Dezibel ausgesetzt. Foto: Linda Kastrup/Ritzau Scanpix

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Dänische Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, höher ist, wenn man ständigem Verkehrslärm ausgesetzt ist.

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, wird durch eine langfristige Belastung mit Verkehrslärm erheblich erhöht.

Dies zeigen Untersuchungen des Mærsk Mc Kinney Møller Instituts an der Universität von Süddänemark (SDU). Die Untersuchung ist die weltweit größte ihrer Art.

Verkehrslärm von mehr als 55 Dezibel

Die Ergebnisse zeigen, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 27 Prozent erhöht ist, wenn man über mehrere Jahre hinweg Verkehrslärm von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt ist, schreibt die SDU in einer Presseerklärung.

Von 8.475 Demenzfällen im Jahr 2017 können 1.216 Fälle mit Verkehrslärm in Verbindung gebracht werden, was eine sehr hohe Zahl ist, so Mette Sørensen, Professorin an der Universität Roskilde und Expertin für Verkehrslärm. Sie ist eine der Forscherinnen hinter dieser Studie.

„Die Zahl ist hoch, aber man muss bedenken, dass dies die erste Studie in diesem Bereich ist. Wir müssen weitere Studien durchführen, bevor wir endgültig etwas sagen können“, so die Professorin.

Lärm führt zu Stress und Schlafstörungen

Die Ausschüttung von Stresshormonen und durch Verkehrslärm verursachte Schlafstörungen führen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Veränderungen des Immunsystems und Entzündungen. Sie alle gelten als frühe Anzeichen für das Auftreten von Demenz, teilt die SDU mit.

Nach Angaben der dänischen Umweltschutzbehörde liegt der Grenzwert für Straßenlärm in Dänemark bei 58 Dezibel.

„55 Dezibel entsprechen dem Lärm in einer Büroumgebung, in der Menschen miteinander sprechen“, erklärte Mette Sørensen. „58 Dezibel entsprechen dem Geräusch eines Geschirrspülers in einem Meter Entfernung.“

Die Gesundheitsdaten von zwei Millionen Bürgerinnen und Bürgern in Dänemark wurden mit Informationen über ihre Adresse und den Verkehrslärm, dem sie über zehn Jahre ausgesetzt waren, verglichen. Sie sind alle über 60 Jahre alt.

Die Tatsache, dass Verkehrslärm krank macht, ist nicht neu, sagte Mette Sørensen.

Ergebnisse könnten zur Demenzprävention beitragen

„Es ist nicht neu, dass Verkehrslärm schädlich ist. Das wissen wir schon seit einigen Jahren. Jetzt haben wir gerade herausgefunden, dass er weitere Krankheiten verursacht. Wir wissen seit Langem, dass Lärm über einen langen Zeitraum zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führt. Diese Studie zeigt nun, dass man auch an Demenz erkranken kann.“

Nach Ansicht von Mette Sørensen werden die Forschungsergebnisse neue Möglichkeiten für die Demenzprävention eröffnen, wenn in künftigen Studien das gleiche Ergebnis erzielt wird.

Nach Angaben der SDU sind 30 Prozent der dänischen Bevölkerung einem Verkehrslärm von mehr als 58 Dezibel ausgesetzt. Dies entspricht etwa 1,7 Millionen Dänen.

Die SDU führte die Studie in Zusammenarbeit mit Forscherinnen und Forschern der Universität Roskilde (RUC) und der Universität Kopenhagen durch.

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