Neujahrsvorsätze

Mehr Familie – aber nicht weniger arbeiten

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Kopenhagen
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Feuerwerk
Mehr Zeit mit der Familie – aber nicht weniger arbeiten. Wie soll das gehen? Foto: Joseph Chan/Unsplash

Es sind die Klassiker der Neujahrsvorsätze, die auch beim Jahreswechsel 2018/2019 dominieren: Abnehmen, mehr Sport – und mehr Zeit mit der Familie. Doch dabei tut sich ein großer Widerspruch auf, sagt eine Expertin.

„2019 will ich mehr Zeit mit der Familie verbringen!“. Jeder sechste Befragte einer repräsentativen Wilke-Umfrage für Avisen.dk hat das als Neujahrsvorsatz angegeben. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist es sogar jeder Vierte.

„Es ist nicht überraschend, dass es in der Altersgruppe, in der man oft kleine Kinder hat, ein großer Wunsch ist. Das ist auch ein gutes Zeichen, weil das Zusammensein der Kinder mit den Eltern ihnen eine gute Grundlage bildet“, sagt Helle Rosdahl Lund, Direktorin der Denkfabrik CBAF (Zentrum für Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Familienleben).

Smarter arbeiten

Sie macht jedoch auch darauf aufmerksam, dass nur vier Prozent der Befragten zugleich den Neujahrsvorsatz haben, weniger Zeit für Arbeit zu verwenden – und dass diese Zahl bei den Befragten in den 30ern noch niedriger ist.

„Das könnte darauf hindeuten, dass anders oder smarter gearbeitet werden sollte, anstatt weniger zu arbeiten“, sagt sie. Zum Beispiel solle die Zeit effizienter genutzt werden, es könne flexibler gearbeitet werden, Fahrtzeiten könnten durch Videogespräche eingespart werden.

Prioritäten setzen

Ein weiterer Neujahrsvorsatz, ebenfalls ein Klassiker, ist es, klimafreundlicher zu leben. Jeder neunte Befragte will das 2019 tun – besonders bei den jüngeren Befragten ist das ein beliebtes Vorhaben. „Man kann mit einem Gefühl der Ohnmacht reagieren, aber hier sehen wir ein Beispiel für das Gegenteil, also den Willen, etwas zu tun“, freut sich der Meteorologe und Klimavermittler Jesper Theilgaard in Avisen.dk.

Doch beide Experten mahnen: Vom Gedanken bis zur Tat ist es oftmals ein langer Weg. Gerade Neujahrsvorsätze sind bekannt dafür, oftmals reines Wunschdenken zu bleiben. „Wenn man als Mensch etwas ändern will, muss man selbst fühlen, dass es wichtig ist. Man muss es priorisieren, ansonsten ist es gleichgültig. Das Hirn ist ein Gewohnheitstier. Es tut, was es immer tut – und deshalb muss man eine aktive Entscheidung fällen, etwas zu verändern“, sagt Helle Rosendahl Lund.

Sie empfiehlt deshalb, sich auf einen oder wenige Neujahrsvorsätze zu reduzieren, die einem wirklich etwas bedeuten.

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