Lebenserwartung

Kommission: Renteneintrittsalter soll langsamer steigen

Kommission: Renteneintrittsalter soll langsamer steigen

Kommission: Renteneintrittsalter soll langsamer steigen

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Die Lebenserwartung von Bürgerinnen und Bürgern in Dänemark steigt. Das bedeutet, dass die jüngeren Generationen einen größeren Teil ihres Lebens arbeiten würden. Foto: Adobe Stock

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Die Rentenkommission hat vorschlagen, dass das Rentenalter ab 2045 langsamer steigen soll als bisher geplant. Ziel ist es, eine Anpassung der Renten zu erreichen, bei der die verschiedenen Generationen den gleichen Anteil ihres Lebens im Ruhestand verbringen.

Die Rentenkommission empfiehlt, dass das Renteneintrittsalter ab 2045 langsamer als geplant steigen sollte. Das bedeutet, dass es dann nicht automatisch dem Anstieg der Lebenserwartung folgt.

Dies geht aus dem Bericht der Kommission hervor, der am Mittwochmorgen auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.

Renteneintritt zurzeit bei 67 Jahren

Die Empfehlung würde unter anderem bedeuten, dass das Renteneintrittsalter im Jahr 2045 bei 70,5 Jahren statt bei 71 Jahren und im Jahr 2100 bei 74 statt bei 77 Jahren liegen wird. Heute liegt das Rentenalter bei 67 Jahren.

Ziel der Empfehlung ist es, zu einer Angleichung der Rentenbedingungen zwischen jüngeren und älteren Bevölkerungsgruppen beizutragen. Aber auch, dass es „ein vernünftiges Verhältnis zwischen der Lebenserwartung und dem Rentenalter“ gibt.

„Wir haben in Dänemark ein Rentensystem, das zu den besten der Welt gehört“, sagte Jørn Neergaard Larsen, Vorsitzender der Rentenkommission, auf der Pressekonferenz.

„Wir gehen also davon aus, dass wir ein gutes System haben, das aber infrage gestellt ist, weil wir länger leben. Das stellt diejenigen, die das Rentensystem verwalten, vor Herausforderungen“, sagt er.

Bestehendes System prüfen

Arbeitsminister Peter Hummelgaard (Soz.) freut sich darauf, die Empfehlungen der Kommission im Detail zu lesen.

„Das dänische Rentensystem ist einzigartig in der Welt. Aber natürlich müssen wir uns das System immer wieder ansehen und prüfen, ob es breite Unterstützung findet und ob es auf finanziell verantwortliche Weise verbessert werden kann“, erklärt er in einer Pressemitteilung.

Unsicherheit bei Lebenserwartung

Der Branchenverband Dansk Industri (DI) ist der Ansicht, dass es zu viele Unbekannte gibt, um die Rentenaussichten jetzt zu ändern. „Es besteht große Unsicherheit über die Annahmen, die den Vorschlägen der Rentenkommission zugrunde liegen, insbesondere über die Frage, wie lange wir leben“, so Steen Nielsen, Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik bei DI, in einer schriftlichen Stellungnahme.

„Bislang ist die Lebenserwartung stärker gestiegen als erwartet, und wenn dies so weitergeht, könnte sich herausstellen, dass ein niedrigeres Rentenalter nicht finanzierbar ist. Auch aus diesem Grund wäre es klug, die Entscheidung auf das Jahr 2030 zu verschieben, wenn wir eine bessere Grundlage haben werden“, meint Nielsen.

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