Arbeit für Flüchtlinge

Jobzentren: „Wir waren zu vorsichtig“

Jobzentren: „Wir waren zu vorsichtig“

Jobzentren: „Wir waren zu vorsichtig“

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Die Jobzentren Dänemarks erkennen nun, dass sie zu vorsichtig gewesen sind, Flüchtlingen eine Arbeit zuzuteilen. Das ist in einer missverstandenen guten Absicht passiert, sagt eine Leiterin.

Eine missverstandene gute Absicht hat offensichtlich dazu geführt, dass viele Flüchtlinge keine Arbeit haben. Das meinen nun mehrere Leiter der Jobzentren, nachdem der dänische Arbeitergeberverband (DA) neue Zahlen veröffentlicht hat. Sie zeigen, dass Flüchtlinge, die sich schon seit längerem im Land befinden, schlechtere Aussichten auf eine Arbeit haben als Neuankömmlinge, berichtet die Zeitung Danmark.

„In einer missverstandenen guten Absicht hat man in den 1980´ern und 1990´ern die Flüchtlinge bemitleidet – man hat keine Ansprüche an sie gestellt“, sagt die Leiterin des Jobcenters in Randers, Laila Jerming Graf.

Die neue DA-Untersuchung zeigt, dass 68 Prozent der neuangekommenden Flüchtlinge für den dänischen Arbeitsmarkt bereitstehen. Das gleiche gilt lediglich für 26 Prozent derjenigen, die sich schon länger in Dänemark aufhalten. Der große Unterschied habe nicht mit dem Alter, Ausbildung oder Ethnizität zu tun, schätzt DA. „Der Unterschied zu früher ist, dass man heute davon ausgeht, dass die Flüchtlinge bei der Ankunft Arbeiten können. Sie haben ja auch in ihrem Heimatland gearbeitet“, sagt DA-Chefberaterin, Berit Toft zu Danmark.

„Vor fünf bis sechs Jahren haben wir nicht so viele Flüchtlinge aufgenommen wie in den vergangenen anderthalb Jahren. Wir waren wohl zu vorsichtig und mussten erst sehen, wie wir die Aufgabe bewältigen. Doch mit der Zeit haben wir gelernt, dass die Meisten, die hier angekommen sind, gerne ein normales Leben mit einer Arbeit haben wollen“, sagt die Leiterin des Jobcenters in Esbjerg, Pia Niemann Damtoft.

Seit Januar 2016 haben insgesamt 146 Bürger, die Integrationsleistung bezogen haben, einen Job bekommen.

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