Gesundheit

Jeder fünfte Schüler trinkt übermäßig viel Alkohol

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Eine Untersuchung des Instituts für Volksgesundheit zeigt: Kinder von hochgebildeten Eltern trinken am meisten.

Von den dänischen Schülerinnen und Schülern die ein Gymnasium oder eine berufsbildende Schule besuchen, trinkt ein Fünftel mehr Alkohol als laut Experten aus gesundheitlicher Sicht akzeptabel ist. Die Gruppe mit übermäßigem Alkoholgenuss liege laut einer Untersuchung des Institutes für Volksgesundheit im Auftrag der staatlichen Gesundheitsbehörde Sundhedsstyrelsen jenseits einer Hochrisikogrenze.

Allerdings hat die Untersuchung laut Gesundheitsbehörde auch gezeigt, dass die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler nur wenig Alkohol konsumiert. Für Aufsehen hat die Erkenntnis der an der Untersuchung beteiligten Forscher gesorgt, dass 20 Prozent der Gymnasiasten, deren Eltern über ein hohes Bildungsniveau verfügen, übermäßig viel Alkohol trinken. Unter den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern nur einen Volksschulabschluss vorweisen können, sind nur 15 Prozent Konsumenten von gesundheitsschädigend viel Alkohol.

In gebildeteren Familien wird mehr getrunken

Bei Eltern ohne Bildungsabschluss trinken 47 Prozent der Kinder wenig Alkohol. Aus dem Kreis der Eltern mit hohem Bildungsabschluss zählen nur 33 Prozent der Schülerinnen und Schülern zur Gruppe mit geringem Hang zum Alkoholgenuss.

Der zuständige Fachmann der staatlichen Gesundheitsbehörde, Niels Sandø, fordert Einsatz von Eltern und Ausbildungsstätten, um den Alkoholmissbrauch beim Nachwuchs in den Schulen zu verringern.
„Eltern müssen ihren Kindern Grenzen setzen und signalisieren, dass es falsch ist, sich jedes Wochenende zu betrinken“, so Sandø. Die Zahlen aus der Untersuchung zeigten, dass es für Jugendliche mit ernsten Konsequenzen verbunden ist, wenn diese übermäßig Alkohol trinken. „Es ist eine verkehrte Form von Verständnis, wenn Eltern vermittelten, es sei okay, viel Alkohol zu trinken“, so Sandø.

Gefahren durch den Alkohol

In der Untersuchung wurde ermittelt, dass die Jugendlichen mit überhöhtem Alkoholkonsum viel häufiger in Unfälle verwickelt sind als die Gleichaltrigen, die die Finger vom Alkohol lassen.

Die Vieltrinker seien auch deutlich häufiger in Prügeleien verwickelt, litten häufiger an Schlafstörungen und Streit mit den Eltern. Auch führte der übermäßige Alkoholgenuss zu Drogenmissbrauch und Problemen im Bereich der Sexualität.

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