Studie

Hilfe in Sicht: Forscher entschlüsseln 44 Depressions-Gene

dodo
Kopenhagen
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Rund 500.000 Bürger in Dänemark leiden an Depressionen. Foto: Scanpix

200 Forscher haben weltweit an der Studie gearbeitet. Sie umfasst 135.000 Depressions-Patienten. Experten hoffen, dass künftig individuellere Behandlungen für die Krankheit möglich sind.

Anzeichen für Depressionen:

  • ständiges Grübeln, ohne zu einem Ergebnis zu kommen
  • Schlafstörungen
  • Lustlosigkeit, es fällt schwer, sich selbst zu motivieren
  • starke Konzentrationsschwierigkeiten
  • schnelle Ermüdbarkeit oder ständige Müdigkeit
  • ständige innerliche Unruhe, Entspannung fällt schwer
  • ein Gefühl der Wertlosigkeit, eventuell verbunden mit Selbstmordgedanken
  • körperliche Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit
  • Gewichtsverlust (in manchen Fällen auch starke -zunahme)
  • chronische Schmerzen (meist Kopf- oder Rückenschmerzen)
  • Sehstörungen (Flimmern, verschwommenes Blickfeld)
  • Herz-Kreislauf-Schwäche, Atemnot, Schwindelgefühl

Eine große internationale Studie mit dänischer Beteiligung macht neue Hoffnung für bessere Medikamente gegen Depressionen.

Die Untersuchung umfasst mehr als 135.000 Menschen, die von der Krankheit betroffen sind. Die Forscher konnten 44 Gene entschlüsseln, die in Verbindung mit Depressionen stehen – 30 von ihnen waren bisher unbekannt.

Dies gebe auch den rund 500.000 dänischen Bürgern Hoffnung, die an Depressionen leiden, meint Anders Børglum. Er ist Professor am Institut für Biomedizin an der Universität Aarhus.

„Das hat uns einen deutlichen Schritt nach vorne gebracht, was das Verständnis der Krankheit angeht und wie sie sich entwickelt“, so der Professor zur Nachrichtenagentur Ritzau. Heutige Antidepressiva hätten nur eine begrenzte Wirkung, sodass es wichtig sei, mehr über die Krankheit zu erfahren.

Individuellere Behandlung

Børglum hofft, dass durch die neuen Entdeckungen künftig individuellere und passendere Behandlungen für die einzelnen Patienten möglich sein werden.

Die Untersuchung ist die bisher größte ihrer Art. Mehr als 200 Forscher haben an ihr mitgearbeitet und sich zum „Psychiatric Genomics Consortium“ zusammengeschlossen. Darunter dass dänische iPSYCH-Projekt.

Der dänische Teil der Studie zeigt, dass Personen, die wiederholt an Depressionen leiden, mehr genetische Varianten haben, als diejenigen, die nur einmal davon betroffen sind.


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