Straßenmusik

Haftstrafe für Harmonikaspieler

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Symbolbild Foto: picture alliance/dpa/geb htf

Ein 63-jähriger Rumäne spielte im vergangenen Jahr in einem Restaurant Harmonika und ließ seinen Hut kreisen. Das hat Folgen.

Ein Rumäne, der im vergangenen Sommer im Kopenhagener Stadtteil Nyhavn Harmonika spielte und den Hut kreisen ließ, ist vom Landgericht zu einer 14-tägigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Kopenhagener Stadtgericht hatte den 63-Jährigen vorher freigesprochen. Nach seinem Spiel war der Mann mit einem Hut in der Hand in einem Restaurant an einen Tisch mit Gästen getreten. Dies sei Betteln gewesen, stellte das Landgericht fest. Das Stadtgericht hatte sich in der vorherigen Instanz auf ein Urteil aus dem Jahr 1937 berufen. Damals wurde ein Harmonikaspieler freigesprochen, der in einem Kopenhagener Hinterhof Musik machte. Das Gericht sah keinen großen Unterschied. Das dänische Parlament hatte im vergangenen Jahr die Strafen für Betteln verschärft.

Der Verteidiger spekulierte im Gericht über die Folgen des Urteils. Er fragte, ob ein dänisches Mädchen, ausgebildet am Konservatorium, das Geige auf der Kopenhagener Einkaufsmeile Strøget spiele, demnächst ebenfalls in Haft käme.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sind dies aber zwei verschiedenen Dinge, denn dieses Mädchen oder andere Straßenmusiker hätten nur kleine Kästchen für Münzen vor sich und würden nicht Personen direkt um Geld bitten.

Der 63-Jährige war krankheitsbedingt nicht anwesend und befindet sich in Rumänien.

Dem Justizminister nach sind seit der Gesetzesverschärfung 50 Personen wegen Bettelns verurteilt worden, die meisten aus Rumänien und Bulgarien.

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