Seelsorge

Großes Interesse an anonymer Unterhaltung mit dem Online-Pastor

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Odense
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Auf sjælesorg.nu lässt sich anonym mit Pastoren chatten. Foto: Kirkeministeriet

Die Kirche warb, die Menschen schrieben – so viel, dass die Online-Pastoren von „sjælesorg.nu” mit dem Antworten gar nicht hinterherkamen.

Das Projekt der dänischen Volkskirche (folkekirke) „Seelsorge im Netz” (Sjælesorg på nettet) kommt laut Kirchenministerium gut an. Im Laufe der ersten beiden Jahre erreichten die Seelsorger bei „sjælesorg.nu” 28.000 Zuschriften. „Wir sind überwältigt”, so Pernille Hornum, die das Projekt leitet.

Auf die Möglichkeit, im Netz mit einem Pastor zu chatten, wurde dem Kirchenministerium zufolge landesweit mit einer Werbekampagne hingewiesen, die Aufmerksamkeit der Medien trug das ihrige dazu bei.

Die Pastoren konnten den Ansturm nicht bewältigen. 8.341 Zuschriften kamen in den Zeiten, in denen die Pastoren online waren, davon konnten 4.811 beantwortet werden. 20.852 erreichten die Plattform außerhalb der Zeiten.

Viele junge Nutzer

Wie Pernille Hornum berichtet, wollte die Kirche vor allem jüngere Menschen ansprechen. Daher kamen viele Zuschriften, in denen es um Liebeskummer und Versagensängste ging. Aber auch Einsamkeit, Übergriffe, Familienkonflikte, Missbrauch und Sorgen verschiedenster Art seien Gegenstand der Unterhaltungen gewesen, so Hornum.

Das Projekt hat eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren und wurde mit 8,3 Millionen Kronen ausgestattet. Eine permanente Einrichtung ist noch nicht beschlossen. Bischof Henrik Wigh Poulsen ist sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf, den das Projekt nahm. Es zeige sich, dass sjælesorg.nu eine volle Alternative zu den traditionellen Seelsorgegesprächen sei. Das Chatten ist dem Ministerium nach als Ergänzung, nicht als Ersatz zum traditionellen Gespräch gedacht.

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