Kriminalität

Gefängnisse: Hälfte aller Insassen ohne dänische Herkunft

jt
Kopenhagen
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Foto: Kriminalforsorgen

Eine steigenden Zahl der Insassen in den dänischen Gefängnissen ist Ausländer, Einwanderer oder deren Nachkommen. In den Gefängnissen der Hauptstadt Kopenhagen sind Insassen dänischer Herkunft gar in der Minderheit.

Bei einem Blick auf die Namenliste der Insassen in den dänischen Gefängnissen fällt auf, dass dort nahezu die gleiche Zahl ausländischer Namen, wie typisch dänische Namen vertreten ist. Neuen Zahlen der dänischen Kriminalfürsorge zufolge sind landesweit fast die Hälfte der Insassen Ausländer, Einwanderer oder deren Nachkommen, berichtet die Tageszeitung Kristeligt Dagblad.

2017 hatten 56,5 Prozent der Insassen eine dänische Herkunft, während 43,5 Prozent eine ausländische Herkunft hatten, so die Kriminalfürsorge. Somalier und Iraker sind die beiden größten Minoritätsgruppen in den Haftanstalten. Seit 2005 ist der Anteil von Kriminellen mit ausländischer Herkunft in den dänischen Haftanstalten um 40 Prozent gestiegen.

„Das ist leider eine Entwicklung, auf die nicht sonderlich geachtet wurde. Wir haben deshalb große Sprachbarrieren in den Gefängnissen. Dazu kommt noch, dass viele der kriminellen Ausländer aus einem Milieu kommen, das nicht dafür bekannt ist, die Behörden zu respektieren”, erklärt der Verbandssekretär der Gewerkschaft des Gefängnispersonals, René Larsen.

Eine Erklärung für den großen Anteil von Kriminellen mit ausländischer Herkunft in den Gefängnissen ist, dass ein dänischer Krimineller ein milderes Urteil als derjenige mit ausländischer Herkunft bekommt und demnach seine Strafe mit einer elektronischen Fußfessel absitzt, statt inhaftiert zu werden, berichtet Kristeligt Dagblad.

Allein in den Gefängnissen der Hauptstadt Kopenhagen sind 2017 mit 28,7 Prozent die Insassen mit einer dänischen Herkunft in Unterzahl geraten. „Das schafft eine Menge Probleme, die zu größeren Konflikten führen können”, erklärt Betriebsleiter David Jensen.

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