Roskilde Festival

Festival schlägt Besuchern vor, was sie essen sollen

Festival schlägt Besuchern vor, was sie essen sollen

Festival schlägt Besuchern vor, was sie essen sollen

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Roskilde
Zuletzt aktualisiert um:
CO2-Bilanz am Essensstand. Foto: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix

Die Festivalgänger in Roskilde können bei jeder Mahlzeit nachvollziehen, wie viel CO2 sie gerade verursachen. Die Organisation will ihre Gäste damit zur Wahl klimafreundlicher Menüs animieren.


Besser den Burger mit Hühnchenfleisch bestellen als mit Rinderhack: Das ist nur ein Vorschlag, den die Veranstalter des Roskilde Festivals ihren Besuchern machen, um die CO2-Bilanz zu drosseln.

Das Festival läuft seit und bis Sonnabend. Am Mittwochnachmittag konnten die Festivalgäste erstmals auf den Festivalplatz, wo am Abend mit dem Auftritt von Bob Dylan ein erster musikalischer Top-Name des Festivals auf der Bühne steht.

Lebensmittelbereich ist der große CO2-Sünder

Da 40 Prozent der CO2-Produktion aus dem Lebensmittelbereich stammen, sollen die Festivalgänger in diesem Jahr gezielt darauf achten, was sie zu sich nehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Alle Essensbuden bieten sogenannte Klimamenüs an. „Das Essen macht einen großen Teil des CO2-Abdrucks aus, den das Festival hinterlässt. Und das wollen wir natürlich dahingehend ändern, dass der Abdruck kleiner wird“, sagt der Bereichschef der Veranstaltung, Lars Orlamundt.

2,5 Millionen Mahlzeiten

Im vergangenen Jahr wurden rund 2,5 Millionen Mahlzeiten verkauft – sie leiteten über die acht Tage des Festivals hinweg 2.130 Tonnen CO2 aus. Auch wenn diese Zahl verglichen mit einer normalen dänischen Stadt nicht alarmierend sei, wolle das Festival den Ausstoß drosseln, so Orlamundt.

Man habe mit den Essensproduzenten gesprochen, dass diese weiterhin gut schmeckende Gerichte zubereiteten, die Umwelt aber zugleich weniger belasteten. Es gebe aber keine bestimmte Ansage, um wie viel die Buden ihre CO2-Bilanz drosseln sollen – noch nicht.

Um die CO2-Bilanz der Essensanbieter zu berechnen, arbeitet das Roskilde Festival mit der schwedischen Firma Carboncloud zusammen.
Durch die zuvor vorgenommene Berechnung haben einige der Essensanbieter ihr Angebot umgestellt, beispielsweise das Rinderhack in den Burgern mit Hühnchenfleisch ausgetauscht.

Bewusster auswählen

Das Festival hofft, dass die Gäste ihre Mahlzeiten bewusster wählen. „Wir hoffen, dass wir die Augen der Gesellschaft und der Besucher dafür öffnen können, dass man einige Dinge einfach sein lassen kann, und man trotzdem ein gutes Erlebnis haben kann“, so Orlamundt.

Ob es ein Ziel des Festivals sei, alle Essensangebote CO“-neutral zu gestalten? „Bis es neutral ist, dauert es wohl noch eine Weile, aber unser Ziel ist es, den CO2-Abdruck zu reduzieren und wir die Gerichte ändern, die am meisten CO2 produzieren.“

Neben Bob Dylan stehen für 2019 Cardi B, Travis Scott, Mø, The Cure und der Wu-Tang Clan im Line Up.

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