Untersuchung

Eigene körperliche Unzufriedenheit und Bodyshaming für viele ein Problem

Eigene körperliche Unzufriedenheit und Bodyshaming für viele ein Problem

Körperliche Unzufriedenheit für viele ein Problem

dodo
Kopenhagen
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Viele in Dänemark schämen sich für ihren Körper. Foto: FrÉdÉric Cirou/Photoalto/Ritzau Scanpix

In Dänemark schämt sich fast jeder oder jede Dritte für seinen eigenen Körper. Bei den jüngeren Generationen liegt die Zahl noch deutlich höher. Viele werden für ihren Körper sogar diskriminiert.

Jeder vierte Bürger in Europa fühlt sich in seinem eigenen Körper unwohl – und fast jeder dritte ist sogar schon einmal Opfer von sogenanntem „Bodyshaming“ geworden. Das zeigt eine neue Untersuchung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts „You Gov“, für die Bürger in acht europäischen Ländern ( Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark) befragt wurden.

Am zufriedensten mit ihrem Körper sind die Menschen in Deutschland und Italien. Dort gaben drei von fünf Befragten (59 Prozent) an, dass sie komplett oder teilweise zufrieden mit ihrem Körper seien. Am unzufriedensten sind die Menschen in Finnland. Dort ist nur jeder dritte Bürger zufrieden mit seinem Körper.

In Dänemark sind besonders junge Menschen häufig unzufrieden mit ihren Proportionen. Jeder oder jede Dritte (33 Prozent) aus der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen ist nicht mit sich selbst im Reinen. Beim Rest der Bevölkerung sind es 20 Prozent. Bei den Bürgern über 55 Jahren ist die Unzufriedenheit am niedrigsten (15 Prozent).

Viele Opfer von Bodyshaming

Neben der großen Unzufriedenheit mit sich selbst, werden viele Europäer zudem auch noch Opfer von „Bodyshaming“. Als Bodyshaming wird die Diskriminierung beziehungsweise Beleidigung von Menschen aufgrund ihres Körpers bezeichnet. Dies kann dabei alle körperlichen Charakteristika wie zum Beispiel Übergewicht, dünne, alte oder sogar junge Körper sowie körperliche Behinderungen umfassen.

Europaweit sind laut Untersuchung rund 30 Prozent der Bürger bereits einmal Opfer von „Bodyshaming“ geworden. Am häufigsten in Finnland (40 Prozent), am seltensten in Deutschland (25 Prozent).

In Dänemark sind 28 Prozent aller Befragten bereits davon betroffen gewesen. Bei den 18 bis 24-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 46 Prozent.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass Opfer von „Bodyshaming“ mehrfach davon betroffen sind. Nur bei 6 Prozent der Befragten in Dänemark handelte es sich um ein einmaliges Erlebnis – während 36 Prozent mehr als zehnmal betroffen waren.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Gewollt und „die Ungewollten““