Flucht und Einwanderung

Damit er bleiben kann: Schlachterei gibt Somalier neuen Job – DF-Sprecher empört

Damit er bleiben kann: Schlachterei gibt Somalier neuen Job – DF-Sprecher empört

Damit er bleiben kann: Schlachterei gibt Somalier neuen Job – DF-Sprecher empört

Thisted
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Schlachterei Tican bei Thisted hat einen ihrer somalischen Mitarbeiter von der Tag- in die Nachtschicht verlegt. Damit erhofft sich der Betrieb, dass er eine Abschiebung des Mitarbeiters umgehen kann.

Tican, eine Schlachterei bei Thisted, möchte einen ihrer Mitarbeiter dazu verhelfen in Dänemark zu bleiben. Ihr somalischer Mitarbeiter Mohamed Ibrahim wird ab sofort in die Nachtschicht verlegt. Dadurch wird sein Lohn so hoch, dass er im Normalfall die Kriterien einer Aufenthaltsgenehmigung erfüllt, berichtet der Nachrichtensender DR Midt.

Um die Kriterien erfüllen zu können, muss ein Aangestellter jährlich mindestens 417.793,60 Kronen (56.111,10 Euro) verdienen. Bisher verdiente Ibrahim als Lagerarbeiter in der Tagschicht 370.000 Kronen im Jahr. Aufgrund des Wechsels zur Nachtschicht hat er nicht nur Aussichten auf einen höheren Lohn von rund 422.000 Kronen im Jahr, sondern auch auf einen Verbleib in Dänemark.

Eine Aussicht, über die sich sein Betriebsrat freut. „Das finde ich richtig gut. Aber ich verstehe nicht, warum der Betrag für eine Aufenthaltsgenehmigung so hoch sein muss“, sagt Peter Uno Andersen zu DR. Ihm zufolge ist Ibrahim glücklich über die Möglichkeit, die ihn der Betrieb angeboten hat. „Mohamed hat mir gegenüber erklärt, dass er, um hier zu bleiben, bereit wäre, zu jeder Zeit zu arbeiten“, so Andersen.

Mohamed ist einer von hunderten Somaliern, die ihre Aufenthaltsgenehmigung, aufgrund einer von der Ausländerbehörde eingeschätzten sicheren Herkunft, verloren haben. Nun muss die Behörde für internationale Rekrutierung und Integration entscheiden, ob Ibrahim in Dänemark bleiben kann.

Dänische Volkspartei empört über die Schlachterei in Thisted

Am späten Nachmittag reagierte der ausländerpolitische Sprecher der nationalkonservativen Dänischen Volkspartei (DF), Martin Henriksen, empört auf die Maßnahme der Schlachterei. „Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob dieser Kniff überhaupt legal ist“, sagte er der Nachrichtenagentur Ritzau. „Das wirkt doch zweifelsohne wie ein Versuch, die Entscheidung, zu der die Ausländerbehörden aufgrund der vom Folketing beschlossenen Gesetzgebung gekommen sind, zu umgehen“, stellt er fest.

Doch Martin Henriksen könne wohl kaum einen Arbeitgeber daran hindern, einen Mitarbeiter in eine andere Abteilung zu versetzen, fragt der Ritzau-Journalist. „Nein, das ist Sache des Arbeitgebers. Aber es gibt doch sehr zu denken, denn es steht doch in Neonlicht und blinkend geschrieben, dass das hier ein Versuch ist, die Gesetzgebung zu umgehen“, sagt Henriksen.

Er will sich jetzt dafür einsetzen, dass die Gehaltsgrenze für eine Aufenthaltsgenehmigung in Dänemark noch weiter angehoben wird.

Mehr lesen