Klimaschutz

Dänische Autos stoßen mehr CO2 aus

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa

Autokäufer wählen immer öfter größere Automodelle. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt. Die EU fordert einen Maximalausstoß von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer – doch das scheint kaum erreichbar.

Als Reaktion auf die Angaben der EU, dass im vergangenen Jahr entgegen allen Bemühungen zum Klimaschutz die neu zugelassenen Autos mehr klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen haben als in Jahren davor, behauptete die Automobilindustrie, dass sei ein Folge des Rückgangs beim Verkauf von Dieselautos.

Doch die Zurückhaltung der Käufer gegenüber Dieselautos wegen deren Stickoxidausstoßes ist laut Fachzeitschrift Ingeniøren nicht Ursache des verstärkten CO2- Ausstoßes der Fahrzeugflotte. Ursache sei vielmehr der Trend der Autokäufer zu „Treibstoffschluckern“ wie großen Pkw und vor allem SUV-Modellen, die generell mehr Benzin oder Diesel verbrauchen als Kleinwagen und normale Pkw – und damit auch mehr vom Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre pusten.

Neue Daten von Danmarks Statistik belegen, dass in Dänemark nicht nur die wieder auf Touren gekommene Wirtschaft den Verkauf von großen Autos angekurbelt. Auch die jüngste Reform der Kfz-Besteuerung hat den Trend zu größeren und damit meist auch klimaschädlicheren Autos beflügelt. In Dänemark ist auch zu berücksichtigen, dass per Auto immer größere Strecken zurückgelegt werden. Das schlägt sich in der Statistik nieder, dass die Pkw in Dänemark trotz verbesserter Technik 1,6 Jahre weniger halten als vor zehn Jahren. Der Durchschnitt liegt jetzt bei 14,8 Jahren Lebensdauer.

Laut Ingeniøren dürfte es angesichts des Trends zu mehr CO2-Ausstoß kaum mehr möglich sein, die Vorgabe der EU zu erfüllen, dass ab 2021 die Neuwagen nur noch höchstens 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Sogar die relativ sparsamen Dieselautos stießen in Dänemark im Schnitt zuletzt im Schnitt 117,9 Gramm CO2 pro Kilometer aus, weil der Trend zu großen Autos bei Diesel- wie Benzinautos andauert.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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