Coronavirus

Dänen bewegen sich während der Corona-Krise weniger

Dänen bewegen sich während der Corona-Krise weniger

Dänen bewegen sich während der Corona-Krise weniger

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Eine neue Studie zeigt, dass die Dänen während der Corona-Krise weniger aktiv sind. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Während der Corona-Maßnahmen sind die sportlichen Aktivitäten vernachlässigt worden, wie eine Studie der Süddänischen Universität zeigt.

Die Corona-Krise hat in den vergangenen zwei Monaten sowohl bei jungen als auch bei erwachsenen Sportlern ihre Spuren hinterlassen. Das zeigt eine Umfrage des Sportinstituts der Süddänischen Universität (SDU).

Die Befragten haben sich während der Corona-Krise durchschnittlich um 20,6 Prozent weniger bewegt. Gleichzeitig wird ein Unterschied zwischen Personen mit längerem und kürzerem Ausbildungsweg sichtbar.

Der Rückgang der körperlichen Aktivität unter den Hochgebildeten (højtuddannede) beträgt nur 1,5 Prozent. Aber die Menschen mit einem kürzeren Bildungsweg haben sich um 31,5 Prozent weniger bewegt.

Unterschied zwischen Stadt und Land

Gleichzeitig ist der Rückgang in Städten geringer als in ländlichen Gebieten, in denen mehr Menschen mit kurzer Ausbildungslaufbahn leben, sagt Charlotte Skau Pawlowski. Sie ist Lektorin am Institut für Sport und Biomechanik und Projektleiterin der Studie.

Die Tendenz könnte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass die Möglichkeiten, in städtischen und ländlichen Gebieten körperlich aktiv zu sein, während der Corona-Krise unterschiedlich waren, glaubt die Dozentin.

„Das Vereinsleben ist in ländlichen Gebieten sehr wichtig und konnte nicht stattfinden. Es ist auch in den Städten wichtig, aber wir können in unserer Studie sehen, dass viele Erholungsgebiete für die Bewegung in den Städten genutzt wurden und diese in den ländlichen Gebieten nicht in gleichem Maße vorhanden sind“, sagt sie.

Gleichzeitig glaubt die Dozentin, dass es für diejenigen, die vor Corona keinen Sport getrieben haben, schwierig sein kann, zu Hause wieder aktiv zu werden.

DGI besorgt

Die Zahlen sorgen beim dänischen Turn- und Sportverband, DGI, für Sorge. Vorsitzende Charlotte Bach Thomassen findet die große Ungleichheit in Bezug auf Bewegung in der Gesellschaft beunruhigend.

„Sicherlich ist es ein allgemeines Problem in unserer Gesellschaft, wenn wir nicht alle in etwas einbeziehen können, das für ein gutes Leben und einen guten Lebensstil von Vorteil ist“, stellt sie fest.

Um körperlich aktiver zu werden und Teil der Sportgemeinschaften zu werden, arbeitet der DGI mit dem dänischen Sportverband an der Initiative „Bevæg dig for livet“.

Charlotte Bach Thomassen ist zuversichtlich, dass ein großer Teil der Dänen zu Beginn der Öffnung von Sportanlagen und -verbänden wieder Sport treiben wird.

In der Umfrage der SDU antwortete fast jeder Vierte, dass er seine üblichen sportlichen Aktivitäten vernachlässigt habe. 14,5 Prozent sagen, dass ihnen jemanden fehlt, mit dem sie Sport machen können.

1.802 Personen ab 15 Jahren nahmen an der Studie teil.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Urlaub oder Überleben“