Coronavirus

Dänemark hat zwei Corona-Hotspots

Dänemark hat zwei Corona-Hotspots

Dänemark hat zwei Corona-Hotspots

ritzau/gn
Ringsted/Aarhus
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In der Schlachterei in Ringsted sind bislang 79 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert worden. Die meisten der Schlachtereiarbeiter kommen aus Polen. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Von 207 Neuinfizierten in Dänemark kommen 50 aus Aarhus. Es wird darüber spekuliert, ob eine Feier von Fußball-Fans ein möglicher Auslöser sein könnte. Auch in Ringsted breitet sich das Virus weiter unter Schlachtereiarbeitern aus.

Die Anzahl der mit dem Coronavirus Infizierten ist in Dänemark wieder gestiegen. Die Zahlen waren in der vergangenen Woche so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Allein am Wochenende kamen 207 Neuinfizierte dazu, und dabei machen vor allem die zweitgrößte Stadt Dänemarks, Aarhus, und die Provinzstadt Ringsted auf Seeland Sorgen.

Von den 207 neuen Fällen sind 50 in Aarhus registriert worden. Dies sei eine „ungewöhnlich hohe Steigerung“, so Christian Wejse, Epidemiologe und Abteilungsleiter am Universitätshospital in Aarhus, gegenüber der Zeitung „Aarhus Stiftstidende“.

Auch die Behörde für Patientensicherheit, Styrelsen for Patientsikkerhed, hat sich die Entwicklung in Dänemarks zweitgrößter Stadt notiert.

„Wir sind uns sehr bewusst über die Situation in Aarhus, und derzeit untersuchen wir, ob es sich um eine isolierte Gruppe dreht, oder ob sich das Virus in der Kommune verbreitet hat“, sagt Anette Lykke Petri, Direktorin der Behörde zu „Danmarks Radio“.

Fußball-Fete und Uni-Veranstaltung

Vorige Woche feierten 1.000 Fans vom Fußballklub AGF den Gewinn der Bronzemedaille auf dem Rathausplatz. Ob dies ein Auslöser gewesen sein kann, wird untersucht, und eine Schlussfolgerung sei daher noch zu früh, so Petri.

Fest steht dagegen, dass fünf Studierende infiziert worden sind, nachdem sie an einer Veranstaltung an der Universität in Aarhus teilgenommen hatten.

Ringsted bittet um Hilfe

Sorgen machen sich auch Behörden und Politiker in Ringsted auf Seeland. Dort hatte es mit Ausgangspunkt in der Schlachterei von Danish Crown einen Ausbruch gegeben. Bisher sind 79 Schlachtereiarbeiter mit dem Virus infiziert.

Die meisten der Infizierten sind polnische Arbeiter, die unter Verhältnissen wohnen, in denen eine häusliche Isolierung nicht möglich ist.

„Wir sind auf eine Situation mit wenigen Fällen vorbereitet und haben dafür Ausweichplätze, doch für eine große Situation wie diese, haben wir keine Bereitschaft“, so der Bürgermeister von Ringsted, Henrik Hvidesten.

Die Kommune Ringsted hat daher Hilfe von den Nachbarkommunen beantragt. Diese sollen Aufenthaltsorte für Corona-Infizierte finden und haben sich dazu bereit erklärt.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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