Gesellschaft

Dänemark EU-Spitze: Bargeld auf den Weg raus

jt/ritzau
Kopenhagen
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Die dänischen Bürger sind unter den fleißigsten Nutzern der Kreditkarten- und Handyzahlungen in Europa. Doch die Älteren und Personen mit Behinderungen könnten dabei vergessen werden, warnt der Verbraucherschutz.

Bargeld wird in Dänemark immer seltener. Die meisten Bürger bezahlen ihre Ware in den Geschäften heutzutage mit Kreditkarte oder gar mit Handy.

Eine neue Untersuchung der dänischen Nationalbank zeigt, dass weniger als jedes vierte Mal in Dänemark mit Bargeld bezahlt wird. Das ist ein deutlicher Unterschied im Vergleich zur übrigen EU, wo die Bürger in rund 80 Prozent der Fälle mit Münzen oder Scheinen bezahlen – insbesondere in den Euro-Ländern Spanien, Italien und Griechenland.

Kreditkartenzahlungen sind bequem, und die Dänen mögen es, meint Mia Olsen, Forscherin an der CBS in Kopenhagen. „Die Dänen vertrauen der elektronischen Zahlungsmethode. Ich habe mit vielen gesprochen, die ein bargeldloses Leben führen“, so Olsen.

Auch die Regierung unterstützt die elektronischen Kreditkarten- und Handyzahlungen. Neuerdings haben sie eingeführt, dass Geschäfte nachts eine Zahlung mit Bargeld abweisen dürfen. Doch der Verbraucherschutz (Tænk) warnt davor, Ältere und Personen mit Behinderungen in der Entwicklung zu vergessen.

„Es soll weiterhin möglich bleiben, dass Ältere und Personen mit Behinderungen mit Bargeld zahlen können. Die neue Regel der Regierung ist zwar keine Katastrophe. Doch wenn dies erst der Anfang ist, gibt es Grund zur Sorge“, sagt Tænk-Vize-Direktor, Vagn Jelsøe.

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