Der erste Gerichtsfall seiner Art

Biberschäden: Grundbesitzer fordert 300.000 Kronen vom Staat

Biberschäden: Grundbesitzer fordert 300.000 Kronen vom Staat

Biberschäden: Grundbesitzer fordert 300.000 Kronen vom Staat

Holstebro
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Foto: Scanpix

Ein Gutsbesitzer aus der Nähe von Holstebro hat die Nager satt und zieht nun gegen den dänischen Staat vor Gericht. Dieser hatte die Tiere vor 18 Jahren in der dänischen Natur ausgesetzt.

Aus 18 sind mittlerweile 200 geworden. 1999 beschloss die dänische Regierung erstmals seit 1000 Jahren wieder Biber in der dänischen Natur anzusiedeln. Doch nicht alle freuen sich darüber. Auf dem Gutsbesitz von Find Andersen-Fruedahls zwischen Holstebro und Lemvig haben die Tiere an vielen Bäumen ihre deutlichen Spuren hinterlassen. Aus diesem Grund zieht er nun vor Gericht.

„Bereits 2002 haben die Biber damit begonnen, meine Bäume zu fällen. Die Behörden haben mein Grund und Boden quasi verstaatlicht. Das macht mich sauer“, so der Gutsbesitzer zu TV2.

Es ist das erste Mal, dass Schadensersatz aufgrund von Wildtierschäden vor einem dänischen Gericht verhandelt werden muss.

Die Biber, deren Bestand in der dänischen Natur prächtig gewachsen ist, haben nichts falsch gemacht, sagt Morten Elmeros vom Bioscience der Universität Aarhus. „Die Biber haben ganz genau das getan, wofür man sie ausgesetzt hat. Sie haben für mehr Leben in den Wasserläufen gesorgt. Ihre Dämme haben für mehr stehende und niedrige Gewässer gesorgt, die viele Arten zum Leben benötigen“, so Elmeros.

Find Andersen-Fruedahl hat dafür kein Verständnis und fordert nun 200.000 bis 300.000 Kronen Entschädigung für die Bäume und Seen, in denen die Biber bei ihm aktiv waren.

Unterstützung erhält er vom Landwirtschaftsverband Landbrug & Fødevarer – und auch vom dänischen Naturschutzverband (DN).

„Der Rechtsfall ist Ausdruck für eine wachsende Frustration. Wir brauchen klare Kriterien dafür, wann die Problembiber entfernt werden dürfen, genau, wie wir dies auch schon bei den Wölfen haben“, so Bo Håkansson, Biologe beim DN.

Laut Umweltbehörde hat die Ausarbeitung eines neuen Verwaltungsplanes bereits begonnen.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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