Gesellschaft

Bericht: Baby-Boom wird öffentlichen Sektor unter Druck setzen

dodo
Kopenhagen
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Foto: ALEKSEY FILIPPOV / Ritzau Scanpix

Bis 2025 prognostiziert ein Bericht der Denkfabrik AE 53.000 Kinder mehr in Dänemark als heute. Experten warnen davor, dass ihnen eine schlechte Betreuung droht, weil das Wachstum im öffentlichen Sektor zu niedrig ist.

Seit Jahren wird über die Altenlast gesprochen, die die Gesellschaft in Zukunft zunehmend tragen muss – doch es ist genau so wichtig auf die wachsende Kinderzahl zu achten: So das Fazit von Analyst Thomas Wilken, der Verfasser eines neuen Berichts der gewerkschaftlichen Denkfabrik AE (Arbejderbevægelsens Erhvervsråd) ist.

Der Rapport zeigt, dass im Jahr 2025 rund 53.000 Kinder mehr in den Krippen und Kindergärten betreut werden müssen als heute. Das ist eine Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zu 2018, schreibt die Zeitung Information.

Ab 2026 Baby-Boom

Laut Analyse wird erwartet, dass die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2026 so deutlich ansteigt, dass damit zu rechnen ist, dass es der geburtenstärkste Jahrgang seit 1980 in Dänemark wird.

„Kinder müssen betreut werden. Wenn wir die Kinder nicht bedenken, vergessen wir eine Gruppe von Bürgern, die künftig großen Druck auf die öffentlichen Kassen ausübt und die den öffentlichen Sektor in Zukunft stark unter Druck setzen wird. Es ist wichtig, dass wir dies im Blick haben“, so Wilken zu Informationen.

Die Regierung hat für den öffentlichen Sektor ein Realwachstum von 0,3 Prozent als Ziel ausgesetzt. Das Finanzministerium geht derzeit davon aus, dass das Wachstum bis 2025 bei durchschnittlich 0,4 Prozent liegen wird.

Wachstum zu niedrig

Dieses geringe Wachstum wird laut Bericht dazu führen, dass es in sieben Jahren 11.000 öffentliche Angestellte weniger gibt – und damit eine schlechte Betreuung für die steigende Zahl von Kindern droht.

Sorgen macht sich auch Jørgen Goul Andersen. Er ist Professor für Staatskunde an der Universität Aalborg. „Das kann katastrophal werden. Wenn das Wachstum im öffentlichen Sektor so niedrig bleibt, besteht nicht nur das Risiko, sondern es wird ganz sicher Engpässe geben“, so der Professor.

Will der öffentliche Sektor nicht vom demographischen Wandel eingeholt werden, müsse das Wachstum zwischen 0,6 und 0,7 Prozent angehoben werden. Das entspreche rund 22,5 Milliarden Kronen, die mehr investiert werden müssen, sagt Andersen.

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