Gesundheit

1.600 Krebsdiagnosen weniger als vor der Pandemie

1.600 Krebsdiagnosen weniger als vor der Pandemie

1.600 Krebsdiagnosen weniger als vor der Pandemie

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Die dänische Krebshilfe bittet die Bürgerinnen und Bürger und das medizinische Fachpersonal dringend um besondere Wachsamkeit bei möglichen Krebsfällen. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

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Kræftens Bekæmpelse hofft, dass möglichst viele Krebserkrankungen, die bisher unentdeckt geblieben sind, schnellstmöglich diagnostiziert werden.

Von März bis Dezember 2020 wurden rund 1.600 Krebsdiagnosen weniger gestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies geht aus einer Studie der Dänischen Krebshilfe Kræftens Bekæmpelse hervor, die Zahlen aus dem landesweiten Patientenregister ausgewertet hat.

Obwohl eine Gesundheitsversorgung im Bereich Krebs auch während der Pandemie uneingeschränkt möglich war, wurde im Dezember deutlich, dass es von März bis Mai 2.800 Diagnosen weniger gab.

Manche Menschen, so muss man glauben, laufen mit einer Krebserkrankung herum, die nicht diagnostiziert wurde.

Jesper Fisker, Direktor der Krebshilfe

Die Hoffnung war damals, dass mit der weiteren Öffnung der Gesellschaft im Laufe des Jahres der Rückstand aufgeholt werden würde.

Es scheint, dass dies in gewissem Maße geschehen ist. Aber 2020 endete mit 1.600 weniger Krebsdiagnosen, und das macht Kræftens Bekæmpelse Sorgen.

„Manche Menschen, so muss man glauben, laufen mit einer Krebserkrankung herum, die nicht diagnostiziert wurde“, sagt Direktor der Krebshilfe, Jesper Fisker.

Tendenziell jedes Jahr mehr Erkrankungen

Er geht sogar davon aus, dass es 2020 nicht so viele Krebsdiagnosen gegeben hat wie 2019, sondern eher mehr Erkrankungen:

„Wenn alle anderen Dinge gleich wären, würde man denken, dass die Zahl der Krebsdiagnosen ein wenig ansteigt, weil wir älter werden und deshalb mehr Menschen an Krebs erkranken“, sagt er.

Es ist also schwer zu sagen, wie viele Diagnosen man genau erwarten würde. Aber es sind mindestens 1.600 mehr als die Zahl vom vergangenen Jahr.

Laut der Webseite von Kræftens Bekæmpelse gab es im Jahr 2019 rund 45.000 neue Krebsfälle.

Zeit als wichtiger Faktor

Je nach Art des Krebses kann eine späte Krebsdiagnose einen sehr großen Einfluss auf die Prognose haben, erklärt Jesper Fisker.

„In der Regel ist Krebs eine akute Erkrankung, sodass die Zeit im Allgemeinen eine Rolle spielt. Je später die Diagnose, desto schlechter ist die Prognose“, sagt er.

Aus diesem Grund hofft er, dass Bürgerinnen und Bürger im Umfang mit möglichen Krebssymptomen besonders achtsam sind und dass das medizinische Fachpersonal die Symptome der Patientinnen und Patienten ernst nimmt.

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