Gesundheit

Coronavirus: Zurückkehrende Dänen sind symptomfrei

Coronavirus: Zurückkehrende Dänen sind symptomfrei

Coronavirus: Zurückkehrende Dänen sind symptomfrei

Ritzau/dpa
Kopenhagen
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Auf Teneriffa ist ein Tourist mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Dado Ruvic/Reuters/Ritzau Scanpix

Keiner der vier Dänen, die auf dem Heimweg aus China sind, hat Symptome eines Coronavirus, sagte der Gesundheitsminister. Gleichzeitig erklärt die WHO den Gesundheitsnotstand.

Vier Dänen, die am späten Freitag aus der chinesischen Provinz Hubei zurückkehren, wurden in China untersucht und weisen keine Symptome des Coronavirus auf. Dies teilte Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) am Freitag auf einer Pressekonferenz im Ministerium für Gesundheit und Alter mit.

Die vier Dänen sollen am späteren Freitag am Flughafen Roskilde landen. Insgesamt 15 Dänen werden aus China nach Hause gebracht, wo sich der Coronavirus ausbreitet. Die restlichen 11 werden in den nächsten Tagen nach Hause gebracht. „Die betroffenen Bürger kommen nicht nach Hause, weil sie krank sind, sondern weil sie nicht krank werden sollen. Sie kommen nach Hause, um sich in Sicherheit zu bringen“, sagt Magnus Heunicke.

Krankenhaus in Hvidovre ist vorbereitet

Sollte einer von ihnen wider Erwarten eine Coronavirus-Infektion aufweisen, wird er in eine hoch isolierte Klinik im Hvidovre Krankenhaus gebracht. Laut Søren Brostrøm, Direktor für Gesundheit, kann es bis zu 14 Tage dauern, bis die Symptome nach einer Infektion auftreten. Er erklärte auch, dass die Dänen in den vergangenen acht bis zehn Tagen vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt waren.

Der Chefarzt des Krankenhauses in Hvidovre, Thomas Benfield, hält es für unwahrscheinlich, dass die Dänen in China mit dem Virus infiziert wurden. „Obwohl die Inkubationszeit 14 Tage betragen kann, treten die Symptome normalerweise nach drei bis sieben Tagen auf“, sagt er. „Sie wurden am Donnerstag abgeholt und nach Peking gebracht und hatten kein Fieber“, sagt Thomas Benfield. Er sei jedoch bereit, falls einer der Dänen trotzdem Symptome aufweise.

WHO erklärt Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus China zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Das bedeutet, dass die mehr als 190 Mitgliedsländer von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung untereinander koordinieren.

Noch sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas relativ gering, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend nach der Sitzung eines Expertenausschusses. Aber man wisse nicht, welchen Schaden der Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde. „Wir sitzen alle im selben Boot“, sagte Tedros. Der Virus könne nur gemeinsam aufgehalten werden. „Das ist die Zeit für Fakten, nicht Angst.“ Der Notstand heißt offiziell „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“.

Die Zahl der nachweislich mit dem neuen Virus Infizierten war rasant auf weltweit mehr als 8.100 gestiegen. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Außerhalb Chinas waren in rund 20 Ländern mehr als 100 Menschen positiv auf den Virus getestet worden. Darunter sind neben Deutschland auch Frankreich, Thailand, Japan, Malaysia, die USA, Finnland, Australien, Südkorea, Indien und die Philippinen. Vielfach sind die Infizierten Reisende aus China, aber es kommt auch zu neuen Ansteckungen außerhalb des Landes.

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