Hitlers „Wunderwaffen“

Seltenes Super-U-Boot der Nazis im Skagerrak gefunden

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Apenrade/Aabenraa
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Generaloberst Alfred Jodel (Mitte) unterschreibt am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation Deutschlands Foto: Scanpix

Dänische Forscher haben im Skagerrak das Wrack von U-3523 gefunden. Das U-Boot der Nazis galt als das fortschrittlichste seiner Zeit und gehörte zu den sogenannten „Wunderwaffen“ Hitlers, die die bevorstehende Niederlage kurz vor Kriegsende doch noch abwenden sollten.

Sie zählten zu den „Wunderwaffen“ der Nazis, die die bevorstehende Niederlage im Zweiten Weltkrieg doch noch abwenden und Hitler-Deutschland den Sieg bringen sollten. Die U-Boote des Typs XXI. 170 wurden am 6. November 1943 in Auftrag gegeben, 118 von ihnen fertiggestellt, doch keines von ihnen war je in Kampfhandlungen verwickelt.

Bisher existierte nur noch ein U-Boot dieser Klasse, das seit 1984 im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven ausgestellt ist. Doch nun haben Forscher des dänischen Seekriegs-Museums (Sea War Museum Jutland) das Wrack eines weiteren U-Bootes des Typs XXI im Skagerrak gefunden.

„U-3523 lag als Schulschiff in Wilhelmshaven. Doch am 5. Mai, kurz bevor der Krieg zu Ende war, beschloss jemand, damit zu fliehen. Warum sie flüchteten und wo sie hinwollten, wissen wir nicht“, sagt Gert Normann Andersen, Direktor des Sea War Museum Jutland, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Mythen um Nazi-Gold

Seit Kriegsende gibt es viele Gerüchte darüber, dass ranghohe Nationalsozialisten nach der Kapitulation mit Gold und Kunstwerken unter anderem in U-Booten nach Südamerika geflüchtet waren. Auch um U-3525 ranken sich Mythen, dass es „Nazi-Gold“ an Bord haben könnte.

Das dänische Museum hat bisher allerdings keine Pläne dafür, das in 123 Metern Tiefe liegende U-Boot zu bergen.

Sonaraufnahmen des am Grund des Skagerrak liegenden U-Bootes. Foto: Scanpix

Hitler-Deutschland nutzte U-Boote im Zweiten Weltkrieg vor allem dafür, Nachschublieferungen der Alliierten von Großbritannien nach Nordafrika und später von den USA nach Europa zu unterbrechen. Nachdem Deutschland allerdings zunehmend die Lufthoheit einbüßte und alliierte Konvois immer stärker mit Kriegsschiffen eskortiert wurden, musste die deutsche U-Boot-Waffe immer größere Verluste einstecken und verlor an Wirkung.

Seiner Zeit weit voraus

Mit der U-Boot-Klasse XXI versprachen sich die Nazis allerdings, noch einmal eine Wendung herbeizuführen. Die Elektro-U-Boote galten als die modernsten ihrer Zeit. Sie konnten durch ihren fortschrittlichen Akku-Antrieb viel länger als andere zeitgenössische Typen unter Wasser operieren. Die leistungsstarken Elektromotoren, eine für die Unterwasserfahrt günstigere Form und ihre große Akkukapazität sorgten dafür, dass sie mit ihren Elektromotoren unter Wasser eine höhere Geschwindigkeit erreichten als mit ihren Dieselmotoren an der Oberfläche. Sie waren mit einem Schnorchel ausgerüstet und dafür ausgelegt, fast ständig unter Wasser zu fahren.

Die U-Boote waren ihrer Zeit so weit voraus, dass einige der erbeuteten Boote nach dem Krieg noch viele Jahre von der amerikanischen, sowjetischen und britischen Marine eingesetzt wurden. Zudem war der Typ XXI in den Nachkriegsjahren richtungsweisend für die Entwicklung neuer U-Boote.

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