Ermittlungen

Nach Zugunglück: Zugfahrt bei Sturm wird untersucht

Nach Zugunglück: Zugfahrt bei Sturm wird untersucht

Nach Zugunglück: Zugfahrt bei Sturm wird untersucht

Nyborg
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Der beschädigte IC-4 Personenzug Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Ein leerer Lkw-Trailer hat höchstwahrscheinlich am Mittwochmorgen ein Zugunglück mit acht Todesopfern verursacht. Nun werden die Geschwindigkeitsbegrenzungen von Zügen auf Brücken bei Sturm untersucht.

Nach dem verheerenden Zugunglück am Mittwochmorgen auf der Brücke über den Großen Belt haben die Ermittlungen zur Unfallursache Fahrt aufgenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Erste Einschätzungen vom Tatort deuten darauf hin, dass ein leerer Lkw-Trailer von starken Windböen erfasst und in den entgegenkommenden Personenzug geschleudert wurde. Dabei wurden acht Menschen getötet. Es können aber Monate verstreichen, bis die Unfallursache geklärt sein wird, meint der Unfallermittler, Bo Haaning.

„Bei einem Unfall in dieser Größenordnung können die Ermittlungen bis zu einem Jahr andauern. Wir müssen alle Informationen zum Tathergang sammeln. Das kann man mit einem riesigen Puzzle vergleichen“, so Haaning zu Ritzau.

Windverhältnisse zum Unglückszeitpunkt

Fest steht, dass der Unfall um 7.35 Uhr auf der Westbrücke der Großer-Belt-Brücke passierte. Die Brücke war aufgrund des Sturms Alfrida für den Autoverkehr gesperrt – Personen- und Güterzüge durften jedoch zwischen Seeland und Fünen verkehren. Die Windgeschwindigkeiten kurz vor dem Unglück näherten sich aber den Grenzwerten, die eine Geschwindigkeitssenkung für Züge vorgibt, erklärt Martin Harrow, Abteilungsleiter beim Gleisbetreiber Banedanmark. „Deshalb müssen wir untersuchen, ob wir ein solches Unglück in Zukunft verhindern können“, so Harrow.

Auch die Ermittlungsbehörde fokussiert unter anderem auf die herrschenden Windverhältnisse zum Unglückszeitpunkt. „Wir wollen herausfinden, wo es Sicherheitsmängel gab, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch mal vorkommt“, so Haaning.

Das Zugunglück am Mittwochmorgen war das schwerste in Dänemark seit 30 Jahren. Am 25. April 1988 waren auch acht Personen beim Entgleisen eines Personenzuges bei Sorø auf Seeland ums Leben gekommen. Weitere 72 wurden verletzt. Dieses Unglück führte dazu, dass ein neuer Fenstertyp in allen Zügen in Dänemark installiert werden musste, erklärt Haaning.

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