Deutsch-dänisch

Hamburg und Kopenhagen sollen „zusammenwachsen“

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Malmö
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Stadtrundgang in Malmö: Bürgermeisterin Katrin Stjernfeldt Jammeh zeigt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher die Hauptstadt der Provinz Schonen. Foto: Senatskanzlei Hamburg

Die deutsch-dänische Zusammenarbeit – sie ist im schleswigschen Grenzland zu Hause. Doch durch die geplante feste Fehmarn-Verbindung kommen sich auch die Metropolen an Elbe und Öresund immer näher. Jetzt hat Hamburgs neuer Bürgermeister ein Kooperationsabkommen mit Kopenhagen und Malmö unterzeichnet.

„Eine feste Fehmarnbelt-Querung und eine gute Kooperation zwischen Norddeutschland und Skandinavien stärkt unsere Regionen“, sagte Peter Tschentscher am Montag auf den Fehmarnbelt-Tagen in Malmö laut Hamburger Abendblatt. Und unterzeichnete derart überzeugt ein von langer Hand vorbereitetes Kooperationsabkommen.

3,8 Millionen Menschen leben in der Öresund-Region im schwedischen Schonen (Skåne) und auf Seeland (Sjælland) mit ihren Metropolen Kopenhagen und Malmö. 5,3 Millionen Menschen leben in und um Hamburg. Beide Regionen werden jetzt, so der Plan, enger als bisher zusammenarbeiten.

Die Erfahrungen mit der Öresund-Brücke hätten gezeigt, schreibt das „Greater Copenhagen & Skåne Committee“ in einer Pressemitteilung, dass feste Verbindungen über Landesgrenzen hinweg „das Wachstum in dem Gebiet stärken und diese Tendenz ist auch bei der Fehmarn-Verbindung zu erwarten“.

Für Tschentscher war es die erste Auslandsreise seiner Amtszeit. Dass es an den Öresund ging, ist kein Zufall – die feste Fehmarnbelt-Querung soll Hamburgs Position als Tor Skandinaviens nach Europa weiter stärken. Noch dieses Jahr will Schleswig-Holstein die Baugenehmigung erteilen, damit 2020 mit dem Bau begonnen werden kann. In zehn Jahren, 2028, soll der 18 Kilometer lange Tunnel dann fertig sein.
Die Fahrtzeit von Hamburg nach Kopenhagen soll sich durch das Bauwerk um mehr als zwei Stunden auf zweieinhalb Stunden verkürzen, in drei Stunden wäre Schweden erreicht.

„Zusammenwachsen der beiden Wirtschaftsräume“

Durch die schnellere Anbindung erhoffen sich die Kooperationspartner ein „Zusammenwachsen der beiden Wirtschaftsräume durch die feste Fehmarnbelt-Querung“, schreibt die Hamburger Senatskanzlei in einer Pressemitteilung. Im globalen Wettbewerb solle der „Schulterschluss“ gesucht werden. Als mögliche gemeinsame Wirkungsfelder werden Themen wie Verkehrsinfrastruktur, Arbeitsmarkt, Forschung, Marketing und Tourismus genannt. „Wir unterstützen die Zusammenarbeit unserer wissenschaftlichen Einrichtungen und innovativen Unternehmen zur Entwicklung neuer Technologien, mit denen wir nachhaltiges Wachstum, eine regenerative Energieversorgung und umweltfreundliche Mobilität erreichen können“, so Tschentscher.

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