Deutsch-Dänische Gesellschaft

Einsatz für mehr Wissen über Deutschland

Einsatz für mehr Wissen über Deutschland

Einsatz für mehr Wissen über Deutschland

Anneliese Mølvig/ FLA/ Dirk Thöming
Kopenhagen
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Ein Jubiläum im Zeichen Deutschlands. Foto: Anneliese Mølvig

Die Deutsch-Dänische Gesellschaft in Kopenhagen feierte am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen.

Verschiedene Redner hoben am Freitagabend die Bedeutung der Deutsch-Dänischen Gesellschaft in Kopenhagen hervor. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Gesellschaft, die 1969 gegründet wurde.

Durch Ausflüge, Diskussionsveranstaltungen und Vorträge versucht die Gesellschaft, das Wissen der Dänen über Deutschland zu vertiefen. Aber dies sei eine schwierige Aufgabe, hoben einige Festredner – unter ihnen der Vereinsvorsitzende Steen Bille – hervor.

„Wir in Dänemark sind dabei, eine Monokultur, die vom amerikanischen Film und von amerikanischer Musik bestimmt wird, zu entwickeln. Wenn wir nichts über deutsche Sprache und Kultur wissen, werden wir dümmer“, sagte der Vorsitzende.

Die zweite Vorsitzende Sigrid Jørgensen zusammen mit dem Vorsitzenden Steen Bille hoch oben über Kopenhagen. Foto: Anneliese Mølvig

Die zweite Vorsitzende, die Geisteswissenschaftlerin Sigrid Jørgensen, fügte hinzu: „Wir werden ein armes Land sein, wenn wir nur eine einzige Fremdsprache beherrschen. Wir sollten alle mindestens zwei Fremdsprachen fließend sprechen“.

Steen Bille bedauerte, dass die dänischen Medien über Wahlen in Deutschland seiner Meinung nach auch nicht annähernd so intensiv berichteten wie über „irgendeine Wahl in einem US-Staat“. „Die Medien verfügen nicht mehr über viele Mitarbeiter, die auf Deutsch interviewen können“, sagte der Vorsitzende.

In neuen Räumen

Die Veranstaltung fand in den neuen Räumen der Deutschen Botschaft ganz oben im Portland Tower im Kopenhagener Nordhafen statt. Der kommende deutsche Botschafter in Kopenhagen, Detlev Rünger, hielt ebenfalls eine Festansprache. Er blickte auf 1969 zurück und meinte, damals hätten es nur wenige für möglich gehalten, dass Dänemark und Deutschland Freunde werden können.

Auch auf die Grenzziehung von 1920 ging er ein.

„Für Deutschland war es ein Verlust, aber wir bekamen eine Minderheiten-Politik, und heute trennt uns die Grenze nicht – sie verbindet uns“, sagte der kommende Botschafter.

Festival zum Jubiläum

Außer der Jubiläumsveranstaltung am Freitag gab es am Wochenende das Festival „Ein bisschen Deutschland“ („En bid af Tyskland“) mit zahlreichen Vorträgen zu deutsch-dänischen Themen in der Sankt-Petri-Schule und in der Nähe der Schule. Unter anderem berichtete Schriftsteller Uwe Kolbe von seiner Jugend in der DDR und las aus seinen Gedichten.

Ferner wurde der „Deutsch-Dänische Preis“ der Gesellschaft an die Journalistin Lykke Friis, Korrespondentin der dänischen Zeitung „Berlingske“ in Berlin, für ihre Fähigkeit, die Dänen über Deutschland zu informieren, verliehen.

Deutsch-Dänische Gesellschaft

  • Die Deutsch-Dänische Gesellschaft in Kopenhagen wurde 1969 gegründet.
  • Vereinszweck ist es, die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark zu stärken.
  • Die Gesellschaft organisiert unter anderem Exkursionen und Vorträge auf deutsch und dänisch zu kulturellen, wirtschaftlichen und anderen gesellschaftlichen Themen.
  • Anzahl der Mitglieder: etwa 300.

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