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Blick aus Berlin ist anders

Blick aus Berlin ist anders

Blick aus Berlin ist anders

Gwyn Nissen/dpa
Kopenhagen/København
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Über den Dächern Kopenhagens: die deutschen Politiker Saathoff, Kubicki und Vogt auf dem Dach der deutschen Botschaft. Foto: Gwyn Nissen

Treffen in Kopenhagen: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki will im Bundestag einen größeren Fokus auf Dänemark legen. Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen in Europa sei es wichtig, dass Deutschland und Dänemark zusammenhalten.

Wolfgang Kubicki (FDP) war 25 Jahre lang Abgeordneter im Landtag in Kiel. Dort muss man die Parlamentarier nicht für Dänemark sensibiliseren – hier wird die grenzüberschreitende Nachbarschaft gelebt. „Doch in Berlin ist es anders“, stellt der FDP-Politiker fest. Seit 2017 ist er (wieder) in Berlin und nun auch Bundestagsvizepräsident.


„Ich habe feststellen müssen, dass der Blick aus Berlin nicht Richtung Dänemark oder Skandinavien geht, sondern in den Osten, in den Süden und in den Westen“, sagte Kubicki in einem Gespräch in der Deutschen Botschaft in Kopenhagen anlässlich seines Kurzbesuches in der dänischen Hauptstadt. Dort trafen sich Kubicki, der schleswig-holsteinische FDP-Landtagsfraktionschef Christopher Vogt und Bundestagsmitglied Johann Saathoff (SPD) unter anderem mit der Vizepräsidentin des Folketings, Karen Ellemann (Venstre), dem neuen dänischen Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Soz.) sowie Vertretern aus der dänischen Wirtschaft.


„Wir müssen wieder näher zusammenkommen“, sagte Kubicki unter anderem angesichts des bevorstehenden Brexits und anderen Herausforderungen in Europa. Daher lud er die beiden dänischen Parlamentariker zu sich nach Berlin ein und kündigte bald weitere Besuche in Kopenhagen an.

Gemeinsamer Einsatz: Die Fehmarn-Verbindung


Dänemark sei nach Ansicht des FDP-Politikers Vorbild bei der Einbeziehung betroffener Menschen in Großprojekte. Dies habe sich beim Bau der Großen Beltbrücke gezeigt, gegen die es anfangs in Dänemark so großen Widerstand gegeben habe, wie in Deutschland gegen die feste Fehmarnbeltquerung und die geplante Hinterlandanbindung in Ostholstein, sagte der Bundestagsvizepräsident.


Daher freue er sich darüber, dass der dänische Verkehrsminister, Benny Engelbrecht (soz.), ihm zugesagt habe, gemeinsam nach Ostholstein zu reisen, um dort mit Bürgermeistern, Befürwortern und Gegnern der Fehmarn-Verbindung zu sprechen.


„Wir müssen gemeinsam auf die Menschen zugehen“, sagte Kubicki, der mit dem Transportminister auch kurz die Wiederbelebung der deutsch-dänischen Verkehrskommission besprochen hatte.
Bei dem Arbeitsessen habe der dänische Transportminister auch auf die Dringlichkeut eines Brücken-Neubaus über den Nord-Ostsee-Kanal vor 2026 verwiesen.
„Für Dänemark ist die Transitautobahn A7 extrem wichtig. Das ist für Dänemark und ganz Skandinavien ein riesen großes Thema“, ergänzte Christopher Vogt.

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