Stellenabbau

Autoliv in Elmshorn: 100 Jobs fallen bis Ende 2021 weg

Autoliv in Elmshorn: 100 Jobs fallen bis Ende 2021 weg

Autoliv in Elmshorn: 100 Jobs fallen bis Ende 2021 weg

Christian Brameshuber
Elmshorn
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In einem ersten Schritt werden 100 Arbeitsplätze in Elmshorn abgebaut. Autoliv möchte die Produktion von Sicherheitsgurten komplett nach Ungarn verlagern. Foto: Christian Brameshuber

Der Betriebsrat hofft weiter, dass Teile der Produktion von Sicherheitsgurten am Standort Elmshorn bleiben können.

100 Arbeitsplätze, davon 78 aus der Stammbesetzung, werden bis Ende des Jahres beim Elmshorner Unternehmen Autoliv abgebaut. Und zwar in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Forschung und Verwaltung. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft, das am Montag, 3. Mai, den Beschäftigten vorgestellt wurde und zwar gemeinsam.

Es ist aber gelungen, die Entscheidung über die komplette Produktionsschließung aufzuschieben.

Klaus Brüggemann, Autoliv-Betriebsratschef

Sozialplan vereinbart

Der Stellenabbau beim Automobilzulieferer soll sozialverträglich erfolgen. Der vereinbarte Sozialplan sieht unter anderem ein Freiwilligenprogramm und Abfindungszahlungen sowie die schrittweise Einrichtung verschiedener Transfergesellschaften vor.

Durch die jetzt erzielte Einigung kann zirka ein Drittel der Produktionskapazitäten in Elmshorn stillgelegt und verlagert werden. „Es ist aber gelungen, die Entscheidung über die komplette Produktionsschließung aufzuschieben“, betont Autoliv-Betriebsratschef Klaus Brüggemann.

Produktion soll nach Ungarn verlagert werden

Im August 2020 hatte das europäische Management des Unternehmens Autoliv angekündigt, die Produktion von Sicherheitsgurten am Standort Elmshorn komplett zu schließen und bis 2023 nach Ungarn zu verlagern. Insgesamt sollten 264 Jobs in Elmshorn wegfallen. Dagegen hatte der Betriebsrat massiven Widerstand angekündigt.

Betriebsrat habe Fuß auf der Bremse

Betriebsrat und IG Metall sehen zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont. Brüggemann: „Es darf nicht länger nur um den reinen Abbau von Arbeitsplätzen gehen. Wir müssen Alternativen finden, um eine nennenswerte Anzahl an Arbeitsplätzen am Standort Elmshorn halten zu können.“

Er plädiert dafür, dass eine Kernproduktion im Bereich Premium- und Sonderprodukte in Elmshorn verbleibe. Dort sei man wettbewerbsfähig. „Was die Schließungspläne für die Produktion angeht, haben wir den Fuß jetzt auf der Bremse“, davon ist der Betriebsrat überzeugt, auch wenn Autoliv grundsätzlich an den Verlagerungsplänen und dem Personalabbau festhalte.

Autoliv wird den Standort Elmshorn als Technologie-Center erhalten, der auch weiterhin eine weltweite Bedeutung für die Entwicklung von Sicherheitsgurten einnehmen wird. Eine Schließung ist nicht vorgesehen.

Jens Eisfeld, Autoliv-Geschäftsführer Deutschland

840 Beschäftigte arbeiten in Elmshorn

Eines ist Brüggemann wichtig: Es müsse eine Perspektive für den gesamten Standort in Elmshorn geben. „Viele Kollegen haben die Sorge, dass jedes Jahr etwas verlagert wird und immer mehr Jobs verschwinden, bis hin zur kompletten Aufgabe.“ Elmshorn müsse auch in Zukunft für die Top-Entwicklung von Sicherheitsgurten in Europa verantwortlich sein. 840 Menschen sind laut Brüggemann noch bei Autoliv in Elmshorn beschäftigt. Damit ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber in der Stadt.

Steht durch den Wegfall der Produktion der gesamte Standort zur Disposition? Doch in diesem entscheidenden Punkt versucht Autoliv-Geschäftsführer Jens Eisfeld zu beruhigen. „Autoliv wird den Standort Elmshorn als Technologie-Center erhalten, der auch weiterhin eine weltweite Bedeutung für die Entwicklung von Sicherheitsgurten einnehmen wird. Eine Schließung ist nicht vorgesehen.“

Beschäftigungsgarantie als Verhandlungsziel

Die zweite Runde der Verhandlungen soll laut Brüggemann bis September Ergebnisse liefern. Für den Betriebsratschef geht es dabei ganz klar darum, „über Alternativen zum endgültigen Verlust aller Arbeitsplätze in der Produktion zu verhandeln“. Es gehe um eine Beschäftigungsgarantie zum Erhalt

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