Nach Messerangriff

Simone Lange: „Flensburg ist eine sichere Stadt“

Julian Heldt/shz.de
Flensburg
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Oberbürgermeisterin Simone Lange ist Vorsitzende des Kriminalpräventiven Rates. Foto: Michael Staudt/shz

Oberbürgermeisterin sieht keine Probleme mit Jugendbanden und will die Kommunikation mit der Polizei intensivieren.

Die Messerstecherei in der „Flensburg Galerie“, der Angriff auf Oberbürgermeisterin Simone Lange in der Fußgängerzone und die mysteriöse Gewaltattacke auf einen 16-Jährigen in der Knuthstraße sorgten in den vergangenen zwei Wochen bei vielen Flensburgern für ein Gefühl der Unsicherheit. „Es gibt keine außergewöhnlichen Entwicklungen“, machte Lange am Donnerstag nach einem Runden Tisch mit der Polizei deutlich.

Gleichwohl nehme man die aktuelle Diskussion zum Sicherheitsempfinden der Bürger sehr ernst. „Flensburg ist eine sichere Stadt und wir arbeiten gemeinsam daran, dass dies auch so bleibt. Dies bedeutet, dass wir weder die Augen vor der Situation verschließen, noch das wir uns verunsichern lassen. Wir wollen, dass sich alle in Flensburg sicher fühlen und im Falle des Falles niemand alleine ist“, sagte die SPD-Politikerin.

Mehr Fußstreifen sollen für mehr Sicherheit sorgen

Dass es in der jüngsten Vergangenheit gerade in der Innenstadt immer wieder zu Gewalttaten kam, ist für Lange nicht verwunderlich. „Bei uns kumuliert sich alles in der Innenstadt. Wenn es zu Konflikten kommt, dann hier.“ Ein Trend, der sich durch den Weihnachtsmarkt noch verstärken könnte. Die Polizei setzt deshalb in der Innenstadt auf eine verstärkte Präsenz, vor allem durch Fußstreifen. Den Kontakt mit der Polizei will Lange als frischgebackene Vorsitzende des Kriminalpräventiven Rates der Stadt weiter intensivieren. Das Gremium aus Verwaltungsbeamten, Kommunalpolitikern und Vertretern der Polizei soll künftig mehrmals pro Jahr zusammentreten.

Flensburger Innenstadt kein „Gefährlicher Ort“

Den Vorfall am Sonnabend in der „Flensburg Galerie“, sieht Lange dagegen als Einzelfall. Ein 22-jähriger Syrer soll im Untergeschoss der Einkaufspassage auf zwei Ägypter im Alter von 19 und 20 Jahren eingestochen haben. Zuvor soll er selbst von drei Männern attackiert worden sein. „Wir haben keine Probleme mit Jugendbanden“, erklärte Lange. Dies ist einer der Gründe dafür, warum die Innenstadt – anders als im Frühjahr – vorerst nicht wieder zum „Gefährlichen Ort“ wird. Damals konnte die Polizei verdachtsunabhängig jede dort anwesende Person kontrollieren. „Ob die Innenstadt wieder als ,Gefährlicher Ort’ eingestuft wird, obliegt ohnehin der Polizei. Mir wäre allerdings lieber, wenn wir mit anderen Maßnahmen für mehr Sicherheit sorgen können.“

Hier nimmt Lange auch die Flensburger in die Pflicht. Wichtig sei, dass in kritischen Situationen der Notruf 110 gewählt werde, um der Polizei die Möglichkeit des Einschreitens zu geben. „Wir arbeiten daran, dass die Menschen ein Gefühl der Sicherheit haben“, so Lange. Eine nicht repräsentative Facebook-Umfrage unserer Redaktion hatte ergeben, dass sich 69 Prozent der Teilnehmer in Flensburg unsicher fühlen. Insgesamt hatten 3420 Facebook-Nutzer abgestimmt. Auffällig: Besonders viele Frauen gaben an, sich in Flensburg nicht sichern zu fühlen. Eine Studie im Auftrag des Nachrichtenmagazins „Focus“ hatte ergeben, dass Flensburg beim Thema Sicherheit unter allen 401 untersuchten Kreisen und kreisfreien Städten nur Platz 396 belegt. „Uns liegt diese Studie derzeit noch nicht vor. Wir wollen sie allerdings gerne auswerten“, so Lange.

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