Messerattacke im Intercity

Neue Details über tödlichen Schuss am Flensburger Bahnhof

Gerrit Hencke/shz.de
Flensburg
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Blutige Messerattacke: Der Intercity aus Köln steht in Flensburg am Bahnhof. Foto: Benjamin Nolte/dpa/shz.de

Die Polizistin wurde kurz vor dem Aussteigen von dem 24-Jährigen attackiert. Ein Fahrgast eilte ihr zur Hilfe.

Neue Erkenntnisse nach der Messerattacke in einem Intercity am Flensburger Bahnhof: Nach Auswertung der ersten Zeugenaussagen gehen die Ermittler der Polizei und die Staatsanwaltschaft Flensburg von folgendem Geschehensablauf aus, der am Mittwochabend zu den tödlichen Schüssen auf einen 24-jährigen Eritreer in einem Zug bei Flensburg geführt hat.

Demnach war die 22-jährige Polizeibeamtin während der Einfahrt des Zuges in den Flensburger Bahnhof auf dem Weg zur Ausgangstür, als sie von dem mutmaßlichen Täter angegriffen und mit einem Küchenmesser verletzt wurde. Ein mitreisender 35-jähriger Mann hörte die Hilferufe der Frau und kam ihr umgehend zur Hilfe. Es gelang ihm, die beiden zu trennen. Dabei ging er zu Boden. Er wurde ebenfalls attackiert, erlitt eine schwere Stichverletzung und brach sich während der Auseinandersetzung den Arm. Nach bisherigen Erkenntnissen zog die Polizeibeamtin ihre Dienstwaffe und schoss auf den Tatverdächtigen. Der mutmaßliche Angreifer wurde tödlich verletzt.

Die am Donnerstag durchgeführte Obduktion konnte zweifelsfrei klären, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen eritreischen Staatsbürger handelt. Dieser war im September 2015 nach Deutschland eingereist und hatte eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Er wohnte in Nordrhein-Westfalen. Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Getöteten haben keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund ergeben.

Der Auslöser, der zu dem Angriff auf die Polizeibeamtin führte, ist weiterhin unbekannt.

Die Polizei bittet weiterhin Mitreisende des Intercity 2406 von Köln nach Flensburg, die noch nicht von der Polizei registriert wurden und Angaben zum Hergang des Geschehens oder zum Verhalten des mutmaßlichen Angreifers während der Zugfahrt machen können, sich mit dem Kommissariat 1 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg unter der Telefonnummer 0461/4840 in Verbindung zu setzen.

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