Lokale Wirtschaft

Von null auf 500.000 Eier in nur acht Monaten

Von null auf 500.000 Eier in nur acht Monaten

Von null auf 500.000 Eier in nur acht Monaten

Paul Sehstedt
Wilsbek/Vilsbæk
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Die mobilen Hühnerställe vom Modell Haugaaard 600 werden in Bollersleben von Flemming Haugaard hergestellt. „Jacobsen Friland“ hat bereits drei Einheiten in Betrieb, aber könnte bis zu zwölf anschaffen, um der Nachfrage an Eiern gerecht zu werrden. Foto: Paul Sehstedt

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Jacobsen Friland hat drei mobile Hühnerställe angeschafft und investiert insgesamt zwei Millionen Kronen in eine Eierproduktion.

Die zündende Idee bekam Paul Erik Jacobsen während einer Fahrt durch Deutschland: Er wollte eine Eierproduktion mit frei laufenden Hühnern aufbauen. Statt einen Hühnerstall fest zu bauen, sollte dieser fahrbar sein, damit die Hühner wöchentlich auf einer neuen Grasfläche ihr Futter picken können. Im November 2020 wurde die erste mobile Einheit eingekauft, doch der Erfolg war so überwältigend, dass Jacobsen derzeit über drei Wagen verfügt.

Guter Ertrag

„Ich habe mir nie träumen lassen, dass ich mit Eiern einen guten Ertrag einfahren kann“, sagt Paul Erik Jacobsen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. „Als der erste mobile Stall angeschafft und eingerichtet war, legten die 600 Hühner schon die ersten brauen Eier. Die sahen gut und appetitlich aus.“

Am Verkaufsstand können Kunden sich selbst bedienen und von dort aus werden rund 100.000 Eier verkauft. Mobilpay oder Bargeld werden entgegengenommen. Foto: Paul Sehstedt

Die Eier werden von einer Verkaufsbude am Østerbækvej gleich an der Hauptstrecken von Krusau (Kruså) nach Tondern (Tønder) angeboten. Eine stürmische Nachfrage folgte, und bald entschlossen sich Paul Erik Jacobsen und sein Bruder Christian erst einen zweiten und dann schließlich einen dritten Hühnerwagen anzuschaffen.

Entwicklungsprodukt aus Bollersleben

Die mobilen Hühnerställe sind eine Entwicklung von Flemming Haugaard aus Bollersleben (Bolderslev), der zwei Größen für 300 bzw. 600 Hühner herstellt. Haugaard hat seine Erfahrungen aus der Geflügelbranche in das Produkt eingearbeitet und die Qualität sowie die einfache Handhabung der Hühnerwagen überzeugten die Inhaber von „Jacobsen Friland“.

Inzwischen verfügt die Firma in Wilsbek über eine eigene Packerei mit den dazugehörigen Kontrollmaschinen. Die Verpackungen ziert ein bunter Aufkleber. Auf ihm ist unter anderem der Firmenname „Jacobsen Friland“ und das Haltbarkeitsdatum zu lesen. Umrahmt wird das ganze von niedlich gemalten Hühnern. Bisher haben die Brüder rund zwei Millionen Kronen in ihr neues Projekt gesteckt.

Höherer Qualitätsstandard

„Wir wollen Qualität liefern“, unterstreicht Jacobsen. „Unsere Eier in der Verkaufsbude werden nach einem höheren Standard auf Salmonellen geprüft als die Bestimmungen vorschreiben. Statt sechsmal im Jahr kontrollieren wir 26-mal, damit unsere Kunden sicher sein können, gesunde Eier gekauft zu haben.“

Ein Ei brachte Erfolg

Verbraucher achten vermehrt auf die Herkunft der Ware und Produkte aus dem Nahbereich werden oft bevorzugt. Das Qualitätsdenken hat auch bei den Köchen der nordschleswigschen Restaurants Einzug gehalten.

Sobald Paul Erik Jacobsen sich einem mobilen Hühnerstall nähert, wird er von den brauen Lohmann-Hühnern umzingelt. Foto: Paul Sehstedt

„Ich brachte 30 Eier zum Krug in Bau und forderte den Wirt auf, sie zu testen“, erzählt der 39-jährige Eierproduzent. „Er zerschlug ein Ei in ein Glas und begutachtete das Eigelb. Seitdem liefern wir Eier an den Krug.“ Andere namhafte Restaurants stehen auf der Kundenliste. Die Küchenchefs bevorzugen große Eier für das Frühstück, während die kleineren zur Dekoration dienen.

Industrialisierte Landwirtschaft

Verschiedene Hofläden bieten die „Jacobsen Friland“ an. Im Laufe eines Jahres werden von den 1.800 Hennen rund 500.000 Eier produziert, von denen ein Fünftel im eigenen Verkaufsstand verkauft werden.

„Dänemark hat und wird immer eine industrialisierte Landwirtschaft betreiben und darauf müssen wir uns einrichten“, sagt Jacobsen abschließend. „Wir haben den Platz um zehn bis zwölf Hühnerwagen aufzustellen. Jedes Haus bekommt einmal jährlich eine neue Besatzung und wir müssen unsere Lieferverträge einhalten. Die können wir nicht mit ein oder zwei Einheiten erfüllen.“

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