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Virusfrei und doch keine Freude

Virusfrei und doch keine Freude

Virusfrei und doch keine Freude

Uk/Uge
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Der Uker Camping- und Angelseebetrieb kann derzeit zwangsläufig kein Angeln anbieten. Foto: kjt

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Die Proben von Fischen aus den Seen des Uker Angel- und Campingbetriebes weisen keine Infektion mit dem IHN-Virus auf. Der Betreiber ist erleichtert, kann sich aber nicht so recht darüber freuen. Er bangt nach wie um seine Existenz.

Hans Petersen, Inhaber und Betreiber des Uker Angelsee- und Campingbetriebes „Uge Lystfiskeri og Camping“, ist hin- und hergerissen.

Er kann sich, wie sein Kollege Jan Kyster vom Lautruper Angelsee (Lovtrup), auf der einen Seite darüber freuen, dass die Proben, die die Nahrungsmittelbehörde wegen der Fischseuche IHN (infektiöse hämatopoetische Nekrose) vor einigen Wochen bei Fischen aus seinen Seen entnehmen ließ, kein IHN aufweisen.

Der lang ersehnte Bescheid flatterte kürzlich auf elektronischem Weg hinein.

Auf der anderen Seite ändert der an sich positive Befund nichts an der Ausgangslage, da sein Angelseebetrieb in der Restriktionszone liegt, die wegen des IHN-Befalls in der Fischzucht in Renz (Rens) festgelegt wurde.

Hans Petersen mit dem Testergebnis „IHN-frei". Freude will dennoch nicht aufkommen, da die Restriktionen für seine Angelseen nach wie vor gelten. Foto: kjt
Das positive Schreiben zu den Proben: Die Fische aus Uk weisen keine IHN-Viren auf. Foto: kjt

Im Renzer Betrieb und in fünf weiteren Fischfarmen in Jütland, die miteinander vernetzt sind, ist das für lachsartige Fische folgenschwere, für Menschen aber ungefährliche Virus festgestellt worden.

Folgen nicht absehbar

„Natürlich ist man erleichtert, dass der Befund IHN-frei ist. Alles andere wäre ja eine Katastrophe gewesen mit nicht absehbaren Konsequenzen. Der Angelbetrieb kann aber dennoch nicht wieder normal aufgenommen werden, da die Schutzzone und die Restriktionen immer noch gelten“, so Hans Petersen in der Rezeption seines Betriebes am „Åbenraavej“.

Übersichtskarte des Uker Angelsee- und Campingbetriebes. Das Angeln ist zurzeit nicht möglich. Foto: kjt

Die Behörde hatte gerade erst das Fisch-Mitnahmeverbot beim Angeln in natürlichen Gewässern in Schutzzonen aufgehoben. Lediglich für Put-&-Take-Seen bestehen die Restriktionen weiter.

Kysters und Petersens Betrieb hatten jeweils Fische aus Renz geliefert bekommen, sind aber IHN-frei.

Riegel vorgeschoben

Für sie stellt sich nun die Frage, wann die Restriktionen aufgehoben oder zumindest angepasst werden. Die Schutzzone erstreckt sich in einem Gürtel von der Westküste bis nach Apenrade (Aabenraa).

„Im Moment dürfen keine Fische vom Gelände, und es dürfen keine neuen Fische hineingesetzt werden. Ich habe das Angeln daher eingestellt“, so Petersen, der nicht so recht versteht, warum ein Unterschied zwischen natürlichen Gewässern und Angelseen gemacht wird, die obendrein auf IHN getestet worden sind.

An den Angelseen bei Uk herrscht im Moment gähnende Leere. Foto: kjt

„Ich habe mich an die Nahrungsmittelbehörde gewandt. Es muss eine Lösung her. Leider habe ich bislang keine aufschlussreiche Antwort bekommen können. Ich habe daher auch Folketingspolitikerin Anni Matthiesen (Venstre, red. Anm.) gebeten, in der Sache mal nachzuhaken“, so Hans Petersen, selbst aktives Venstre-Mitglied im lokalen Parteiverein.

Natürlich ist man erleichtert, dass der Befund IHN-frei ist. Alles andere wäre ja eine Katastrophe gewesen mit nicht absehbaren Konsequenzen.

Hans Petersen

Es gebe da jede Menge Fragen zur aktuellen Lage, so der Campingplatzbetreiber.

Die Zeit drängt

Auch der „Der Nordschleswiger“ hat Fragen an die zuständigen Stellen der Nahrungsmittelbehörde gerichtet, bislang aber noch keine Rückmeldung erhalten.

Henning Knudsen, Chef bei der Behörde für die Regionen Seeland (Sjælland) und Fünen (Fyn), der zuvor Fragen zur IHN-Situation beantwortet hatte, befindet sich im Urlaub.

Campingplatzinhaber Hans Petersen ist trotz der prekären Lage optimistisch, dass der Angelbetrieb bald wieder normal laufen kann. Er setzt dabei auf eine zeitnahe Entscheidung der Behörde. Foto: kjt

Hans Petersen ist besorgt, dass seine Angelseen so lange außer Betrieb bleiben, bis die IHN-betroffene Fischfarm in Renz geleert und ein Desinfektionsprozess eingeleitet ist.

„Solch ein Prozess erfolgt in der Regel in der Periode April bis August. Es dauert somit vermutlich den ganzen Herbst und den Winter, ehe etwas unternommen werden kann. Wenn es so lange dauern sollte, ehe hier geangelt werden kann, dann sehe ich schwarz“, so der besorgte Campingplatz- und Angelseebetreiber.

Seine Einnahmen bei der Hütten- und Platzvermietung hängen in hohem Maße mit dem Angeln zusammen.

Er hofft und fordert daher, dass die Restriktionen im hiesigen Raum auch für Put-&-Take-Seen möglichst bald aufgehoben werden.

Die kleinen Campinghütten werden oft von Anglern gemietet. Das fällt erst einmal weg. Foto: kjt
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