Natur und Umwelt

Standort für Regenauffangbecken festgelegt – erst mal

Standort für Regenauffangbecken festgelegt – erst mal

Standort für Regenauffangbecken festgelegt – erst mal

Krusau/Kruså
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Den gelb markierten Standort eines Rückhaltebeckens in Krusau favorisiert der Stadtrat. Foto: Aabenraa Kommune

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Der Stadtrat der Kommune Apenrade hatte das letzte Wort und beendete vorläufig die Diskussion um die Platzierung eines Rückhaltebeckens zur Entlastung der Krusau. Naturschutzbestimmungen könnten das Vorhaben aber kippen.

„Ene, mene, muh und raus bist du.“ Das Tauziehen um den Standort für ein Rückhaltebecken nahe des Wohngebietes am Udsigten in Krusau hat der Stadtrat der Kommune Apenrade (Aabenraa) auf seiner Sitzung am Mittwoch nach einer längeren Debatte erst einmal beendet.

Statt direkt am Udsigten soll das Becken auf dem angrenzenden Areal des Matrikels 423 platziert werden.

Das Becken soll bei hohen Niederschlägen die angrenzende Krusau und die Flensburger Förde vor überschüssigem Abwasser schützen.

Hin und her in den Ausschüssen

Dafür hatte sich bereits die Mehrheit im Finanzausschuss (Venstre, Schleswigsche Partei, Konservative und Liberale Allianz) ausgesprochen, nachdem sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses nicht so recht auf den Standort einigen konnten.

Die Verwaltung hatte die Fläche vor dem Wohngebiet am Udsigten favorisiert, was bei Anrainern auf Ablehnung stieß, unter anderem mit der Begründung, dass das Areal ein ansehnliches Naherholungsgebiet ist und von Anwohnern gepflegt sowie von Schulen und Kindereinrichtungen genutzt wird.

Der Haken am Standort auf dem Matrikel 423 sind Bestimmungen nach Paragraf 3 der Naturschutzverordnung. Um das Becken dort anzusiedeln, bedarf es einer Befreiung bzw. Sondergenehmigung.

Auf der Stadtratssitzung hegten die Gegner dieses Standorts Zweifel, ob die Sondergenehmigung überhaupt zu bekommen ist. Man müsste sich dann erneut mit einem Standort befassen.

Knappe Mehrheit

Eine knappe Mehrheit (17:14) sprach sich letztlich für den alternativen Standort in unmittelbarer Nähe auf dem Matrikel 423 aus.

Dafür stimmten die Fraktionen Venstre (11), Schleswigsche Partei (2), Konservative Partei (2), Liberale Allianz (1) sowie die Parteilose Jane Thorgeirsson (1).

SP-Politiker Kurt Andresen legte auf der Stadtratssitzung seine Position zum Standort des Regenauffangbeckens in Krusau dar. Foto: Aabenraa Kommune/DN (Bildschirmfoto)

Zu den Befürwortern gehört auch die Schleswigsche Partei. Kurt Andresen, SP-Politiker und stellvertretender Vorsitzender des Technischen Ausschusses, sagte auf der Stadtratssitzung, dass man die Paragraf-3-Bestimmungen herausfordern und bei allem Respekt vor Natur und Umwelt nicht als kategorisches Hindernis für Projekte wie Regenrückhaltebecken hinnehmen sollte.

Sogar Aufwertung mit einem „See"

Er könne eine Beeinträchtigung des Gebietes durch ein Regenauffangbecken („Ich würde es auch kleinen See nennen“) nicht sehen. Es würde gut hineinpassen und das Naturgebiet sogar aufwerten, so Andresen.

Dem stimmte unter anderem Jens Wistoft (Venstre) zu, seines Zeichens Vorsitzender der Versorgungsgesellschaft Arwos, die für das Abwassersystem in der Kommune zuständig ist.

Gegen das Areal am Udsigten spreche, so Kurt Andresen, dass es ein kleines Naherholungsgebiet ist, das die Lebensqualität der Anrainer erhöht und obendrein mit Eigeninitiative gepflegt wird.

Die Wahl fiel schließlich auf die von ihm bevorzugte Variante.

Höhere Kosten

Die Kosten für die Errichtung des Beckens auf diesem Areal sind auf 2,2 bis 2,9 Millionen Kronen geschätzt worden.

Die zuvor favorisierte Variante am Udsigten könnte laut Ansatz der Verwaltung für 1,7 Millionen Kronen realisiert werden.

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