50 Jahre EU-Mitgliedschaft

Minderheit als „Straßenräuber“ mit Triumph für Europa

Minderheit als „Straßenräuber“ mit Triumph für Europa

Minderheit als „Straßenräuber“ mit Triumph für Europa

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
Nordschleswig
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Willy Brandt besucht Apenrade und die deutsche Minderheit. Foto: Der Nordschleswiger

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Für die deutsche Minderheit gab es nach dem Zusammenbruch nach dem Krieg und beim Wiederaufbau nach 1945 einen Fluchtweg – nach Europa.

Nach Gründung der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft hatte die Zauberformel nur noch drei Buchstaben EWG. 1972 stand die Volksgruppe im 52. Jahr ihres Bestehens bei der Volksabstimmung nach einem Marathonlauf seit Beginn der 60er-Jahre voller Hindernisse und Rückschläge vor der für sie auch (identitäts-)politisch so entscheidenden Ziellinie.

Traum oder Albtraum? Das war die Frage, denn das Ergebnis war ja offen bis zuletzt. Da viele Dänen ihr Verhältnis zur Bundesrepublik von ihrer Stimmabgabe abhängig machten, war die Herausforderung für die deutsche Minderheit besonders groß, denn gerade sie als deutsche Minderheit spielte mit ihrer historischen Belastung eine wichtige Rolle im Kampf um die Ja-Stimmen.

Volksgruppe soll sich zurückhalten

Manche meinten sogar, die Volksgruppe würde dem „Ja“ am meisten dienen – durch Schweigen, Stillhalten, ja durch Wegducken, um nicht unnötig noch weiteren dänischen Widerstand zu wecken.

Die zum Berlingske-Medienkonzern gehörende Wochenzeitung „Weekendavisen“ warnte in ihrer Ausgabe vom 8. Januar 1972 die deutsche Minderheit mehr oder weniger direkt davor, sich in der Vorbereitung auf die Volksabstimmung zu sehr zu engagieren.

„Die deutschen Nordschleswiger hätten zwar als dänische Staatsbürger volles Recht darauf, an der Volksabstimmung teilzunehmen, und keiner kann es ihnen verdenken, wenn sie es erwartungsvollen Sinnes tun.“ Es gebe aber bei manchen Dänen „noch bittere Gefühle“ bei der Erinnerung an die preußische Zeit zwischen 1864 und 1920, so „Weekendavisen“.

EWG-Widerstand mit anti-deutschen Tönen

Also, nur auf leisen Sohlen in die EWG schleichen? Die Volksabstimmung am 2. Oktober fand zu einer Zeit statt, da das gebrochene Rückgrat der Minderheit zu heil(en) begonnen hatte. Die Volksgruppe stand vor einer historischen Bewährungsprobe – und dies in einem Umfeld, das oft anti-deutsches Gift verspritzte.

Die dänischen WG-Gegner riefen nach „Holger Danske“ auf Kronborg (also der dänischen Barbarossa-Figur), und der frühere Wirtschaftsminister Professor Nyboe Andersen wurde wegen seiner positiven EWG-Haltung sogar mit dem früheren nationalsozialistischen Reichsbevollmächtigten in Dänemark, Werner Best, verglichen.

Und immer wieder wurde der Ausverkauf Dänemarks beschrien. Allen voran „Ekstra Bladet“ schürte das Bild von den bösen Deutschen, die „dieses kleine lächerliche Land“ verführen, ja vergewaltigen wollten. „Die Deutschen werden Dänemark via EDB an einem Tag verkaufen“, behauptete das Kopenhagener Boulevard-Blatt – angeblich unter Hinweis darauf, dass die EWG-Befürworter bereits 70 Millionen Kronen in einer Schweizer Bank deponiert hätten, um nach einem Ja dänische Sommerhäuser/Immobilien zu erwerben.

Bedenkliches Hochpeitschen der Gefühle und Leidenschaft zu befürchten, so schrieb „Der Nordschleswiger“ in berechtigter Sorge über den möglichen Ausgang.

Gegner: EWG gefährdet die Entspannung

Ein Landeskomitee für das Nein gegen die EWG hatte auch ihre Vorkämpfer in Nordschleswig – besonders aktiv waren der Leiter der Sonderburger Sporthochschule, Bent Brier, und der „Politimester“ von Sonderburg, H. P. Christensen, der die Ansicht vertrat, die Entspannung im deutsch-dänischen Grenzland würde durch eine EWG-Mitgliedschaft in Gefahr geraten.

Zu denen, die sich im Nein-Lager stark engagierten, gehörte auch der Landtagsabgeordnete des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), Karl Otto Meyer, der für viele Dänen nördlich der Grenze zu einer Galionsfigur im Widerstand wurde. Seine Einmischung und seine Nein-Aktivitäten lösten nicht nur beim BdN-Hauptvorsitzenden Harro Marquardsen große Verwunderung, ja Verärgerung aus.

Jes Schmidt hatte angeblich finstere Pläne

Die Angriffe/Verdächtigungen trafen auch direkt die Volksgruppe und ihre Vertreter. Im Zuge des hart und oft leidenschaftlich-unversöhnlich geführten Wahlkampfes bezeichnete „Ekstra Bladet“ den Chefredakteur des „Nordschleswigers“, Jes Schmidt, als finsteren Straßenräuber, der angeblich böse Pläne zur Eindeutschung Nordschleswigs nach einem dänischen EWG-Beitritt hegte.

Auch die dänischen Kommunisten waren fleißig am Werke, um – in welchen Diensten? – propagandistisch die EWG unter deutscher Dominanz zu verteufeln. Der Chefideologe von DKP, Ib Nørlund, formulierte es wie folgt: Es gibt in Dänemark nur zwei, die von einer EWG-Mitgliedschaft profitieren: die Konservativen und „Hjemmetyskerne“.

Der Bund Deutscher Nordschleswiger hielt jedoch an seinem proeuropäischen Kurs unmissverständlich fest – ohne schrille Töne.

„Für den Bund und damit auch für die Schleswigsche Partei ist und bleibt immerdar entscheidend, was dem Wohl unserer nordschleswigschen Heimat, ihrer Bevölkerung und den deutsch-dänischen Beziehungen dient“, leitartikelte „Der Nordschleswiger" das Leitmotiv für die Stimmabgabe der deutschen Nordschleswiger. Auch mit der entschiedenen Warnung, „aus dem Grenzland Munition für die innerdänische Schlacht vor der Volksabstimmung holen zu wollen“.

BDN: Keine Alternative zur EWG

In der deutschen Volksgruppe war es vor allem Generalsekretär Rudolf Stehr, der europäische Pläne entwickelte für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die nach seiner Ansicht durch die Beseitigung der EWG-EFTA-Grenze politisch, kulturell und wirtschaftlich möglich würden.

In einer Rede im Jahre 1971 hatte Stehr auch den nordischen NORDEK-Träumen eine deutliche Absage erteilt. Es gebe keine Alternative zur EWG, meinte Stehr.

Brandt bei Minderheit: Lob für Marquardsen

Unerwartete Unterstützung fand die deutsche Volksgruppe in ihrem Bemühen um die eigene Linie mit einem sachlichen Deutschlandbild durch SPD-Bundeskanzler Willy Brandt, dem viele im alt-nationalen Lager innerhalb der Minderheit wegen seiner Ostpolitik argwöhnisch, ja sogar ablehnend gegenüberstanden.

Am 13. Mai besuchte der Bundeskanzler gemeinsam mit dem dänischen Staatsminister Jens Otto Krag sowohl die dänische Minderheit in Flensburg als auch die deutsche Volksgruppe in Apenrade.

„Willkommen, velkommen“, lautete die Begrüßung in der Zeitung. In seinem Tagebuch berichtet Krag, wie die beiden Regierungschefs mit Tempo 160-180 km/h in einem schwarzen, gepanzerten Mercedes (Kennzeichen: 02) von Flensburg nach Apenrade rasten – und gut eine Stunde früher als erwartet im „Hotel Hvide Hus“ eintrafen, um so eventuellen Attentätern keine Chance zu lassen.

Vor der gemeinsamen sozialdemokratischen Veranstaltung in der Apenrader Sønderjyllandshalle besuchten die beiden Regierungschefs die deutsche Minderheit: 25 Minuten in der Bücherei.

Krag laut Tagebuchnotiz: „Nette Leute mit Marquardsen an der Spitze. Ich sprach dänisch.“

Krag: Minderheiten-Politik unverändert

In seiner Rede in der Sønderjyllandshalle vor 1.200 Zuhörern unterstrich Krag: „Zu den Dingen, die sich nach einem dänischen EWG-Eintritt nicht ändern, gehört unsere Politik im Verhältnis zu den nationalen Minderheiten.“

Er freue sich über die Entwicklung im Grenzland seit 1955 und hob dabei besonders die Verdienste des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer und des damaligen Staatsministers H. C. Hansen hervor. Krag betonte, bei der Kommunalreform sei die Regierung mit der Bildung des Großamtes Nordschleswig den Wünschen der deutschen Minderheit entgegengekommen.

„Da wir nicht den Wunsch haben, dass Europa nur eine unterschiedslose Masse sein soll, sehen wir diese Variationen (in beiden Minderheiten) gerne aufrechterhalten“, so Krag, der auch dem Landesteil in Richtung Europa bescheinigte: Nordschleswig ist in Bewegung.

Einstimmiger Beschluss von 176 Delegierten

Drei Tage vor der Entscheidung des Folketings zugunsten eines EWG-Beitritts empfahlen die Delegierten des Bundes deutscher Nordschleswiger ihren Wählern, am 2. Oktober für den Eintritt Dänemarks in die EWG zu stimmen. Im Tingleffer Kirchkrug wurde vor allem der Wunsch betont, dass das Grenzland aus seiner Randlage herauskommt, weil die Staatsgrenze noch immer eine Wirtschaftsgrenze zwischen zwei verschiedenen Marktblöcken sei.

Harro Marquardsen hatte einleitend erklärt: „Die Minderheit ist in ihrer großen Mehrheit positiv für den EWG-Beitritt.“ Das war sogar untertrieben, wie es die Resolution mit der Überschrift „Ja für die EWG“ bewies, die von allen 176 Delegierten einstimmig verabschiedet wurde.

Darin heißt es: Die Volksabstimmung des 2. Oktober ist eine entscheidende Stunde für Solidarität unter den europäischen Völkern. Die Schleswigsche Partei empfiehlt ... ihren Mitgliedern und Freunden – entsprechend ihren Wahlprogrammen europäisch zu stimmen. „Unser Ja für Europa und die EWG. Unser Ja für fruchtbare Wechselwirkung im Grenzland“, so die Überschriften, wobei besonders darauf hingewiesen wurde, dass „der EWG-Beitritt Dänemarks die Bedeutung des Grenzlandes als Kontaktzone verstärkt und den Weg freimacht für verstärkte Zusammenarbeit im Interesse des schleswigschen Grenzlandes“.

Das Ja von 1972 – wie 1947

Entsprechend den Wahlprogrammen – ja, bereits seit 1947, denn damals hieß es im Wahlaufruf zur ersten Teilnahme an einer Folketingswahl nach 1945: „Ohne die Wiederherstellung enger Wirtschaftsbeziehungen zwischen Dänemark und Deutschland im Rahmen europäischer Zusammenarbeit ist keine Blüte unseres Wirtschaftslebens möglich. Wir treten deshalb ein für das Öffnen des Tores zum Süden.“

Marquardsen: Befremden über Nicht-Berücksichtigung

Als in Dänemark ein Landeskomitee für das Ja gegründet wurde, gab es – überraschend oder nicht? – keinen Platz für die deutsche Volksgruppe, sodass Marquardsen gegenüber Kopenhagen sein Befremden mit den Worten „So nicht, Kopenhagen“ zum Ausdruck brachte.

Das dänische Fernsehen und der Rundfunk ließen die Vertreter der Minderheit jedoch zu Wort kommen. Im „DR“-TV interviewten Uffe Ellemann-Jensen und Bjørn Elmquist Generalsekretär Rudolf Stehr und den jungen und noch unbekannten Landwirtschaftskonsulenten Peter Iver Johannsen, der aber schon kurze Zeit später neuer Generalsekretär wurde.

Als Ellemann wegen der umstrittenen Vorgeschichte durch die Höfeverwaltung Vogelgesang nach einer möglichen Wiederholung fragte, unterstrich Stehr: „Wir wollen auf keinen Fall einen neuen Bodenkampf.“

Porno-Schock für Stehr und Peter Iver

Als Stehr später im Rundfunk mit einer Bürgerfrage konfrontiert wurde, brachte ein Rundfunkhörer aus Kopenhagen den Generalsekretär in arge Verlegenheit nach einer gesetzlichen Freigabe im Jahre 1969, die Dänemark uf der ganzen Welt nicht nur positive Überschriften lieferte.

Frage: „Herr Stehr, Sie interessieren sich für die wirtschaftliche Regionalförderung. Welchen Einfluss haben die Einnahmen der Porno-Branche bei der gesamten Valuta-Einnahme im Grenzgebiet?“

Stehr verdutzt: „Würden Sie ihre Frage noch einmal wiederholen? Ach Porno, jetzt wurde mir erst klar, was Sie gefragt haben. Darauf kann ich keine Antwort geben, aber es ist doch wohl so, dass die ganze Porno- Geschichte sich jetzt wieder etwas beruhigt hat und offenbar ein natürlicheres Niveau findet als bisher.“

Wichtiger war dem Generalsekretär aber allemal die Feststellung, „die Volksgruppe erwarte keine Bluttransfusion durch einen EWG-Beitritt“.

Erik Jessen hilft der Volksgruppe

In Nordschleswig wurde unter der Leitung des seit 1970 regierenden Amtsbürgermeisters Erik Jessen, den Harro Marquardsen tatkräftig in den Sattel gehoben hatte, auch ein regionales Ja-Komitee gebildet. „Herzog Erik I.“ – wie er genannt wurde – hatte darin auch der Volksgruppe einen Platz eingeräumt: für Chefredakteur Jes Schmidt.

Unter der Überschrift „Jetzt ist die Zeit reif, um Farbe zu bekennen“ meldeten sich die Ja-Stützen vor allem aus der Wirtschaft. Der Danfoss-Konzern teilte mit, man würde bei einem EWG-Eintritt allein an Zoll jährlich 12 Millionen Kronen sparen. Danfoss-Direktor Harald Agerley versprach bei einem Ja neue lebensnotwendige Expansionspläne, während ein Nein eine Verlagerung von dänischen Arbeitsplätzen ins Ausland bedeuten würde.

Der Sekretär von „Sønderjyllands Erhvervsraad“, P. Groth-Bruun, beschwor große Gefahren für Industrie und Beschäftigung in Nordschleswig unter Hinweis darauf, große Unternehmen im Landesteil hätten Exportquoten bis zu 90 Prozent. Er befürchtete sogar „schlimmere Folgen für Nordschleswig als für das übrige Land“.

Kein Schweigen und kein trojanisches Pferd

Die Volksgruppe bemühte sich ständig, jeden Verdacht, sie sei nur „ein trojanisches Pferd“, energisch zurückzuweisen. Auf die Frage, warum die Minderheit denn nicht bloß schweige, verwahrte sich Jes Schmidt gegen alle Versuche, der deutschen Minderheit einen Maulkorb zu verpassen.

„Die Erwartung, dass die Schleswigsche Partei, nachdem sie 52 Jahre lang aktiv an der dänischen Politik teilgenommen hat, ihren EWG-Standpunkt öffentlich nicht umreißt, wäre doch wohl ein Stück aus der Tollkiste und müsste doch geradezu Misstrauen erwecken. Wir werden uns auch in den letzten Tagen nicht durch Provokationen und Lügengeschichten herausfordern lassen“, konterte der Chefredakteur.

Die Fronten waren klar abgesteckt, aber ebenso wie das Landesergebnis bis zuletzt offen schien, war der Ausgang in Nordschleswig völlig ungewiss, ja der Historiker Palle Lauring meinte, angesichts der bitteren Geschichte durch die Deutschen müsse doch gerade im Grenzland ein Nein zu erwarten sein.

Zufriedene Gesichter: Staatsminister Jens Otto Krag und Erik Ninn Hansen bei der TV-Nachlese zum dänischen Ja zu Europa. Foto: Christen Hansen/Ritzau Scanpix

Überraschend hohes Ja – auch durch die Volksgruppe

Denkste, in der Wahlnacht, als sich ein dänisches Ja abzeichnete, schrieb Palle Lauring in sein Tagebuch: „Nun hat Dänemark keine Zukunft mehr.“

In Nordschleswig war die Freude über das Ja noch größer als im gesamten Lande, denn während in ganz Dänemark 63,4 Prozent der abgegebenen Stimmen Ja lauteten, lag Nordschleswig mit 75,2 Prozent deutlich höher – ein imponierendes Ergebnis, das auch die kühnsten Erwartungen der EWG-Befürworter übertraf.

Den 107.481 Ja-Stimmen standen nur 35.915 Nein-Stimmen gegenüber, in keinem Wahlkreis kamen die Gegner auf 30 Prozent. Mit 75,2 Prozent erzielte Nordschleswig knapp hinter Ringkøbing (75,3) sogar das beste Ja-Ergebnis im ganzen Lande.

Die Hoffnung der Gegner, die deutsche Minderheit werde mit Provokationen den Nein-Anteil stimulieren, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Dass die Volksgruppe zu einem höheren Ja beigetragen hat, lässt sich auch durch Zahlen belegen, denn in den alten Hochburgen der Minderheit, in Tingleff und Lügumkloster, lag der Ja-Anteil jeweils bei 84,5 Prozent – im Vergleich zu Jütland mit 68,7 Prozent. Eine spätere Wahluntersuchung ergab, dass rund 99 Prozent aller BdN-Mitglieder das Ja angekreuzt hatten.

Gemeinsamer Schulterschluss auch dank Willy Brandt

Der Rubikon war überschritten, freute sich „Der Nordschleswiger“. Und in der Tat: Das Ja-Ergebnis in Nordschleswig war auch ein historischer Vertrauensbeweis für die deutsche Volksgruppe – aber auch für die Bundesrepublik Deutschland, deren Kanzler Willy Brandt zweifelsohne diesen dänisch-deutschen Erfolg maßgeblich beeinflusst hatte.

Vielleicht sogar entscheidend, denn manche meinten, dass es mit einem Bundeskanzler Franz-Josef Strauss in Dänemark wohl schiefgegangen wäre.

„Genforening“ à la 1972

Zum ersten Male seit der umstrittenen Volksabstimmung 1920 hatten sich Deutsche und Dänen in Nordschleswig demokratisch die Hand gereicht – mit einem Bekenntnis zu einer gemeinsamen Zukunft und damit die Trennung durch die EWG-EFTA-Grenze bei Krusau (Kruså) überwunden.

Es war eine Art neue „Genforening“, Wiedervereinigung, denn nun war das schleswigsche Grenzland wieder vereint: in Europa mit Mehrheiten und Minderheiten.

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