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Feierlichkeiten zum fünfzigsten Jubiläum des Krieges von 1864

Feierlichkeiten zum fünfzigsten Jubiläum des Krieges von 1864

Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum d. Krieges von 1864

Hauke Grella
Hauke Grella Museumsleiter
Nordschleswig
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Düppel Gedächnis Foto: Deutsches Museum Sonderburg

„Düppel Gedächtnis Ausstellung 1914“

Die Geschichte des Grenzlandes ist wechselvoll und die verschiedenen nationalen Gruppierungen sind sich dieser bewusst. Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass alle möglichen Jahrestage und Jubiläen in Regelmäßigkeit begangen werden. Manche Ereignisse wie das 100-jährige Jubiläum der Grenzziehung von 1920 stechen aus der Masse der verschiedenen Jahrestage und Jubiläen heraus. Dies, weil sie besonders deutlich begangen werden oder wurden. Dies galt auch für die Würdigung des Jahrestags zur Schlacht von Düppel am 18. April 1864 im Jahr 2014.

Auch wenn die Haltung von deutscher Seite zu diesen verschiedenen Jahrestagen und Jubiläen gespalten zu sein scheint, so konnte man den 18. April 2014 gemeinsam begehen. Und auch das 75-jährige Jubiläum der Grenzziehung konnte 1995 gemeinsam begangen werden. Dies ist auch ein Zeichen der Entwicklung, die das Grenzland genommen hat.

Wurde der Konflikt zwischen Deutschen und Dänen 1864 auf dem Schlachtfeld von Düppel ausgetragen so wurde dieser „Kampf“ mit anderen Mitteln, am selbigen Ort, weitergeführt.
So wurde die Düppeler Mühle für die dänische Seite ein Symbol der Hoffnung für die Vereinigung mit Dänemark. Mit dem Bau des Siegesmonuments, direkt auf den Schanzen, setzte die deutsche Seite ein Symbol dagegen. Eingeweiht wurde das Monument 1872. Zusammen mit den Gedenksteinen für gefallene preußische Offiziere wurde Düppel zu einem Wallfahrtsort für deutsche Touristen.

Düppel Gedächnis Foto: Deutsches Museum Sonderburg

Auch ein großes Militärmanöver 1890, gemeinsam durchgeführt von Heer und Marine, sollte ein klares Signal senden, dass dieser Ort nun deutsch sei und auch bleiben werde.
Kulminiert ist die deutliche Inbesitznahme beim fünfzigsten Jahrestag der der Schlacht von Düppel und des Übergangs zur Insel Alsen im Jahr 1914. Begonnen wurden die Feierlichkeiten am 18. April mit einem Marsch vom Ringreiterplatz in Sonderburg auf die Düppeler Schanzen. Dort wurden Kränze niedergelegt. Die primären Feierlichkeiten fanden vom 27. bis zum 29. Juni 1914 statt. Also rund um das Datum der Eroberung der Insel Alsen.

Zu den Festlichkeiten wurden sämtliche Veteranen des Krieges eingeladen. Davon kamen ca. 1.500 bis 1.600, darunter ca. 400, die auch an der Erstürmung der Düppeler Schanzen teilgenommen hatten. Die Hauptveranstaltung fand in der Düppeler Schanze Nr. 10 statt. Dies mit ca. 20.000 Besuchern und Prinz Heinrich, Bruder von Kaiser Wilhelm dem II. Es steckt sicher auch eine Symbolik darin, dass genau in dieser Schanze, die dann später Königsschanze genannt werden sollte, auch die dänischen Hauptfeierlichkeiten zur Eingliederung Nordschleswigs in Dänemark stattfinden sollten.

Die Feierlichkeiten wurden dann mit einem Festbankett abgeschlossen. Unter den Feierlichkeiten erhielt Prinz Heinrich die Botschaft, dass der Österreichische-Ungarische Thronfolger in Sarajevo erschossen wurde. Er verließ mit seinem Gefolge daraufhin die Festveranstaltung und Sonderburg.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch eine Ausstellung über dem Krieg von 1864 präsentiert. Dies in einer Halle vor dem Sonderburger Schloss. Eröffnet wurde die Ausstellung von Herzog Ernst Günter von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg.
Zur Erinnerung an die „Düppel Gedächtnis Ausstellung 1914“ wurde eine kleine Zusammenstellung von zehn Fotografien mit Ablichtungen aus der Ausstellung herausgegeben. In der Ausstellung wurde u. a. ein Relief-Plan zum Übergang nach Alsen, Gemälde von beteiligten Persönlichkeiten, Waffen und Kanonen von beiden Seiten, aber auch Schiffsmodelle und Gemälde mit Schlachtszenen, gezeigt. Elemente und Gegenstände aus der Ausstellung sind erhalten geblieben und liegen heute im Sonderburger Schloss.

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