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Dienstag, 28. März 2017

Kulturkommentar: Fragwürdige Tinder-Kultur

Die meisten Nordschleswiger warten sehnsüchtig auf den Frühling. Wenn die Tage länger und die Nächte kürzer werden, kommen bei vielen Frühlingsgefühle auf. Aber was, wenn sich der richtige Partner einfach nicht finden lässt?
Immer mehr Leute sind Singles und auf der Suche nach der großen Liebe. Zum Glück gibt es zahlreiche Dating-Apps, die dabei helfen, einen Partner zu finden. Mittlerweile lässt sich das schon  als eine Art „Online-Datingkultur“ bezeichnen. Eine dieser Apps steht unangefochten an der Spitze: Tinder.  
Tinder hat weltweit rund 50 Millionen Nutzer. Die App ortet, wo ich mich gerade befinde und zeigt mir andere Singles wie in einer Bildergalerie in der Umgebung an. Wisch nach links: Der gefällt mir nicht. Wisch nach rechts: Oh, der gefällt mir. Mag er mich auch, entsteht ein sogenannter „Match“. Dann kann man sich gegenseitig Nachrichten schicken.
Ob in Vorlesungssälen, Mensen, auf Pausenhöfen oder sogar in Büros: ständig wird „getindert“. Statistiken zufolge sind die meisten Tinder-Nutzer Leute, die einfach nur ein bisschen Spaß haben wollen. 
Natürlich ist die Vorstellung verlockend, den Traumpartner allein durch den richtigen Wisch nach rechts zu finden. Es klingt so einfach und unkompliziert. Und man kann es von überall aus tun. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum diese App so beliebt ist. Mittlerweile soll es sogar Paare geben, die sich auf  Tinder kennengelernt  und später geheiratet haben.
Eine Freundin von mir benutzt Tinder täglich. „Probier es doch mal aus“, sagte sie neulich zu mir. „Auf gar keinen Fall“, sagte ich. Ich bin der Meinung, dass immer noch der erste Eindruck zählt. Dieser wird durch die Dating-App aber komplett ruiniert. Wie enttäuschend muss es sein, wenn der digitale Eindruck gut ist und in der Realität alles auf einmal doch nicht mehr so toll? Dann war das ganze Wischen und Chatten umsonst. Außerdem kommt es in Chats oft zu Missverständnissen, die in einem persönlichen Gespräch nie entstanden wären.
Die Menschen sollen einfach rausgehen und neue Leute kennenlernen, echte Gespräche führen und einander in die Augen schauen, wenn sie sich unterhalten. Das kann keine Dating-App ersetzen.
Für mich steht fest: Ich werde Tinder nie herunterladen. Vielleicht sollte über eine Dating-App ohne Chat-Funktion nachgedacht werden, sodass den Leuten nichts anderes übrig bleibt, als sich direkt  persönlich zu treffen.

Jana Anhamm

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