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Freitag, 24. März 2017

Das Recht auf Privatsphäre

Was würden sie davon halten, wenn ihr Bankberater vor allen anderen Kunden ihre finanzielle Situation an den Tag legen würde? Oder wenn ihr Rechtsanwalt ins Wartezimmer käme, um dort vor anderen Leuten ihren Fall zu diskutieren? Gar nicht in Ordnung, oder?

Können Sie sich vorstellen, dass sie  schwer krank sind und ein Arzt  mit ihnen über Leben und Tod  spricht, während fremde Menschen zuhören? Genau das passiert aber in dänischen Krankenhäusern. Das zeigt eine Studie von Kræftens Bekæmpelse. Laut der dänischen Anti-Krebsorganisation hat jeder fünfte Krebspatient  ein solches Gespräch gehabt, bei dem er der Meinung war, dass dies in einem separaten Raum hätte stattfinden müssen. Jeder vierte Patient hat während seines Krankenhausaufenthalts Gespräche von anderen Patienten mit angehört, die er als vertraulich einschätzt. 

Es ist unglaublich, dass wir im Jahr 2017 in unseren Krankenhäusern immer noch Verhältnisse haben, die keine Privatsphäre erlauben. Wir reden vor allem bei Krebskrankheiten von Patienten, die    unter einer extremen psychischen Belastung stehen. Da sind gute Gespräche  zwischen Arzt und Patient wichtig, wissen nicht nur Experten. Das sagt einem auch der gesunde Menschenverstand. 
Doch statt der nötigen psychologischen Unterstützung, erleben viele Krebspatienten, dass sie und ihre Krankheit auch noch zur Schau gestellt werden. Das ist entwürdigend und zudem gefährlich, denn bei offenstehenden Fragen oder Probleme, die nicht angesprochen werden, weil die Privatsphäre nicht gegeben ist,  besteht sogar die Gefahr einer Fehldiagnose.

Auch die Ärzte beschweren sich über die Situationen, die entstehen können, wenn in Zimmern mehrere Betten sind. Sie verweisen auf die jeweiligen Krankenhausleitungen. Doch die Patienten dürfen nie zum internen oder politischen Spielball im Gesundheitssystem werden.  Es geht hier um Anstand und darum, den Patienten im Zentrum zu haben. Die Privatsphäre geht jederzeit vor und muss stets gewährleistet  werden. Alles andere wäre unprofessionell.

Gwyn Nissen

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