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Mittwoch, 22. Februar 2017

Dänische Jugend gegen Bildungs-Einsparungen auf den Barrikaden

Nachdem Kopenhagen es unmöglich machen wollte, eine zweite Hochschul-Ausbildung abzuschließen, wurde nach Protesten nachgebessert – meinten die Politiker. Augenwischerei, meinen die Kritiker.

Mit großen Gesten hatte Ausbildungsminister Søren Pind (Venstre) vergangene Woche bekanntgegeben, dass seine und die übrigen Vergleichsparteien sich auf eine deutlich verbesserte "Ausbildungsdeckelung" geeinigt hätten. Politiker der Regierung, der Sozialdemokraten und der Dänischen Volkspartei erklärten abwechselnd, wie sehr sie "der Kritik zugehört" hätten und wie sie nun "die Türen wieder öffnen" wollten für Studierende, die nach der ersten Ausbildung eine weitere anstreben.

Die Lösung: Statt einer Deckelung, die es unmöglich macht, zwei Ausbildungen abzuschließen, soll es jetzt eine Karantänephase von sechs Jahren geben, bevor die zweite Hochschul-Ausbildung beginnen kann.

Das Problem: Der Großteil der Studierenden, die von der permanenten Deckelung betroffen sind, sind auch von der "verbesserten" Deckelung betroffen.

Dies zeigt ein Blick in die Statistik all jener 100.000, die im vergangenen Jahr eine Hochschulausbildung begonnen haben. Von denen hatten 2.500 laut Statistikbehörde Danmarks Statistik bereits eine Ausbildung auf gleichem oder sogar höherem Niveau abgeschlossen. Damit wären sie von der alten Regelung betroffen. Und 1.800 dieser 2.500 haben ihre erste Ausbildung innerhalb der vorangegangenen sechs Jahre abgeschlossen. Ihnen bleibt also auch nach der Revidierung die Tür verschlossen.

"Das wirkt, als wolle man verschleiern, dass man eigentlich gar nichts tut, wenn man das eine Aufweichung der Ausbildungsdeckelung nennt", sagt Sana Mahin Doost, Vorsitzende des dänischen Studierendenrates.

"Ich glaube, dass die Politiker ganz genau wissen, dass das nicht besonders durchdacht ist. Es würde ihnen gut zu Gesicht stehen, zuzugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben, anstatt weiter daran festzuhalten", sagt sie.

Mette Reissmann, ausbildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, verteidigt die Politik: "Wir retten 2.000 Menschen davor, aus dem Arbeitslosentagegeldsystem zu fallen. Jedes Jahr. Damit muss man das vergleichen", sagt sie. Sie beruft sich darauf, dass die Ausbildungsdeckelung geschaffen wurde, um rund 300 Millionen Kronen jährlich für eine Reform des Arbeitslosengeldes zu finden, die die Sozialdemokraten 2015 mit der Regierung durchgesetzt haben.

Die Studierenden beeindruckt diese Auslegung wenig. Weshalb, fragen sie, sollten ausgerechnet sie die Leidtragenden dieser Reform sein? "Fakt ist doch, dass es uns Studierende schon enorm schwer getroffen hat mit den mehr als zehn Milliarden Kronen, die auf dem Ausbildungssektor im Haushalt eingespart werden", sagt Sana Mahin Doost.

Die neue Ausbildungsdeckelung tritt im Sommer in Kraft. Ausbildungsminister Pind war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

/ritzau/ cvt

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