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Dienstag, 28. März 2017

Chöre konnten ihr hohes Niveau bekunden

Jens Uwe Jessen berichtet von den beiden Aufführungen des Deutschen Requiems von Brahms, die Sønderjyllands Symfoniorkester in Sonderburg und Hadersleben spielte.

Als ruhige und klare Botschaft hatte das Sønderjyllands Symfoniorkester seine zwei Aufführungen des Deutschen Requiems von Johannes Brahms, am Donnerstagabend im Konzertsaal Alsion und am Freitagabend im Haderslebener Dom, zu Beginn der gegenwärtigen Spielzeit angekündigt. Das großangelegte, weitgehend chordominierte Werk gab den Sängerinnen und Sängern der vereinigten Chöre „Vor Frue Cantori”  und „Filharmonisk Kor” reichlich Gelegenheit, ihr hohes künstlerisches Niveau zu bekunden.

Mit der musikalischen Profilierung der unterschiedlichen Textaussagen hatten die beiden Chorleiterinnen Juliane Ilgner und Alice Granum überzeugende Arbeit geleistet. Nach der schwermütig-dunklen Streichereinleitung ganz ohne Violinen intonierte der Chor in verhaltenem Piano „Selig sind, die da Leid tragen”, verkündigte dann aber in kraftvoll aufblühendem Crescendo die Verheißung von Trost und Freude, begleitet von einem herrlichen Holzbläsersatz und versöhnlichem Harfenausklang. 

Soprane ließen überirdisches Licht erscheinen

Auch der zweite Abschnitt, ein als Dacapo angelegter Totenmarsch „Denn alles Fleisch es ist wie Gras” war ausschließlich vom Chor getragen, wobei sich auch hier eine bis zum Fortissimo gesteigerte Wende zu Freude und Jubel vollzog. Dabei ließen die Soprane in hellster Färbung ein wahrhaft überirdisches Licht erahnen. Grenzenlose Milde sprach aus dem Chorsatz des vierten Teils „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr”. Hier kam die Schönheit der Brahmschen Musik zu voller Entfaltung.

Der fünfte Satz enthielt die einzige Partie für Solosopran. Majken Bjørno sang das tröstliche „Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder sehen und euer Herz soll sich freuen” an den Forte-Stellen für mein Gefühl mit einem etwas zu dramatischen Vibrato. Dem Bariton Thomas Storm fiel eine größere Anzahl von Solopartien zu. Vom Chor bekräftigend wiederholt kulminierte sein „Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss” in der schallend herausgesungenen schmerzlichen Erkenntnis „und ich davon muss”. Höhepunkt des Requiems ist zweifelsohne die im Wechsel von Bariton und Chor gestaltete Auferstehungsvision des sechsten Satzes „Denn wir haben hie keine bleibende Statt”.

Ungemein eindrucksvoll der von Thomas Storm nachempfundene und gesanglich gestaltete Augenblick der Verwandlung „zu der Zeit der letzten Posaune”. In rhythmisch harten Schlägen mit mächtiger Stimme dann der Chor: „Tod, wo ist dein Stachel”, ehe die große Fuge ”Herr, du bist würdig” den Satz in Lobpreis und Paukenwirbel enden ließ. Der Schlusssatz „Selig sind die Toten” verlief wie der erste Abschnitt mit ruhigem Atem. Eine schöne Passage der Tenöre mit Fagott, dann der Altstimmen, führte im Tutti vereint zu einem freundlichen Ausklang „denn ihre Werke folgen ihnen nach”. Der schwedische Dirigent Joachim Gustafsson verstand es souverän, dem großartig musizierenden Orchester die jeweils angemessenen Klangfarben zu entlocken und es antwortend und fortspinnend einzusetzen.

Erst Stille, dann anhaltender, achtungsvoller Applaus zeugten von dem tiefen Eindruck, den das Werk immer wieder auf den Hörer ausübt und den der Wiener Kritiker Eduard Hanslick wie folgt umschrieben hat: „Der Glücklichste, der nie einen Verlust erfahren, wird das ,Deutsche Requiem‘ mit jener inneren Seligkeit genießen, welche nur die Schönheit gewährt. Wer hingegen ein teures Wesen betrauert, … wird erfahren, wie verklärend und stärkend der reinste Trost aus dieser Musik fließt."                                               

Jens Uwe Jessen

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