Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen

Mittwoch, 22. Februar 2017

Gesund um jeden Preis?

Winterzeit –  Erkältungszeit. Taschentücher überall. Es ist in diesen Monaten  nicht zu überhören und nicht zu übersehen. Überall hustet, schnieft  und niest es – am Arbeitsplatz, in den Schulen und Kindergärten, im Bus und beim Einkauf. Dass dabei Tausende und Millionen von Bakterien und Viren freigesetzt werden, daran sollte besser kein Gedanke verschwendet werden. 
Es stellt sich allerdings  die Frage, ob es notwendig ist,  dass Erkältungs- oder Grippekranke, die eigentlich ins Bett gehören –  oder zumindest in den eigenen vier Wänden bleiben sollten –   unbedingt zur Arbeit müssen. Müssen die Kinder krank und zum Teil sogar fiebrig in die Institutionen gesendet werden, so wie es kürzlich in den Medien berichtet wurde? Welche Kultur ist es, die uns dazu bringt? 
Sicher, wenn wir krank im Bett liegen,  haben wir das Gefühl, die Kollegen im Stich zu lassen. Also: So schnell wie möglich  zurück an den Arbeitsplatz oder aber  gar nicht zu Hause bleiben und schniefend und keuchend den Alltag überstehen. Ein Arzt erklärte, dass bei einer echten Grippe mindestens zwei Tage nach Abklingen des Fiebers auf den Gang zum Arbeitsplatz verzichtet werden sollte – zugunsten der Kollegen, denn die Ansteckungsgefahr sei erst dann nur noch minimal. Doch das schlechte Gewissen treibt den Kranken zurück. Oftmals kommt es dann noch zu einem Rückfall. Und dann dauert die Gesundung noch länger. Das ist für den Kranken von Nachteil, für den Arbeitsgeber, die Kollegen und die Volkswirtschaft. 
Anders bei  den Kleinen. Wer jetzt einen Gang  in den Kindergarten wagt, der trifft auch dort auf verschnupfte Kinder. Das Problem ist hier jedoch nicht das Kind, denn das wird von den Eltern krank dort abgegeben und steckt andere an. Und wieder ist das Problem die Arbeitskultur, denn wer soll zu Hause das kranke Kind betreuen? Oftmals ist es tariflich geregelt, dass Mutter oder Vater einen Tag fehlen können, um die Betreuung zu sichern. Doch was danach? Für viele Eltern ist das ein Zwiespalt, bei dem nicht selten  andere Menschen  den Kürzeren ziehen, denn die  stecken  andere Kinder an, welche  wiederum  die Krankheiten mit nach Hause nehmen und dort  Eltern und Geschwister infizieren. Ein Teufelskreis! 
Durchbrochen werden kann der Teufelskreis auf zwei Wegen:   Es  muss  – vom Kranken, vom Arbeitgeber und den Kollegen –  zugelassen werden dürfen, den einen oder anderen Tag  zu Hause zu bleiben, um richtig gesund zu werden. Außerdem sollten  Arbeitgeber und Arbeitnehmer  flexibler werden, wenn es um die Betreuung kranker Kinder geht. Statt Urlaubstage zu nehmen, könnte es innerbetriebliche Regelungen für solche Fälle geben. 

Jan Petersen

Aktuell auf unserer Startseite

Sport

KardelsTagebuch1
22. Februar 2017 17:30 - Nachmittag
Weitere Radionachrichten...
Leitartikel vom:      21-02-17
Gedenken an Jørgen Kieler
...
Alle Leitartikel
Leitartikel vom:      17-02-17
Ehe auf ersten Blick
...
Alle Leitartikel
Leitartikel vom:      16-02-17
Neue Dimensionen
...
Alle Leitartikel
Leitartikel vom:      15-02-17
Angst und Mut
...
Alle Leitartikel
Leitartikel vom:      14-02-17
Shopping rund um die Uhr
...
Alle Leitartikel

 

Der Nordschleswiger – Skibbroen 4, 6200 Aabenraa – Tel.: +45 74 62 38 80 – redaktion@nordschleswiger.dk

 

E-Zeitung / Archiv
PEBech 160x600
Kreditbanken
Undersisningsmateriale til tysk undervisningen. Klik ind og læs mere.