Stau Verkehr Auto

Leitartikel

Perspektivlose Politik

Apenrade/Aabenraa Im vermeintlichen Fahrradland Dänemark hat der Anteil des Autoverkehrs in den vergangenen Jahren zugenommen. Während aus dem Regierungslager Transportminister Ole Birk Olesen (LA) zum Schluss kommt, die Bürger bestimmten eben selbst, welche Verkehrsmittel sie nutzen wollten, erinnert die Opposition daran, dass seit 2009 durchweg der Autoverkehr einseitig finanziell entlastet worden ist. Doch es dürfte nach wie vor klar sein, dass Herausforderungen des Klimaschutzes auch in Dänemark eine „Verkehrswende “ erforderlich machen, meint Volker Heesch.

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Vom Tiger zum Bettvorleger

Apenrade/Aabenraa Lange haben Løkke und co. in Dänemark Stimmung gegen die Menschenrechte gemacht. Gar von einer„Abrechnung“ war die Rede, sobald Dänemark den Vorsitz im Europarat habe. Doch nun, wo es soweit ist, ist die Rhetorik deutlich milder geworden. Es sei zu vermuten, dass Venstre, Sozialdemokraten, Konservative und andere Parteien der Mitte ihr Heil nur darin sehen, nach innen mit nationalistischem Getöse beim Wähler zu punkten. Schade, dass sich der Staatsminister nicht getraut hat, ein vernünftiges Reformpapier, das nun entstanden ist, auch anständig zu kommunizieren, meint Cornelius von Tiedemann.

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Von historisch groß zu hysterisch klein

Apenrade/Aabenraa Die Steuererleichterungen für Spitzenverdiener sind vom Tisch – nicht so sehr weil die Liberale Allianz es so wollte, sondern weil die Dänische Volkspartei (DF) der Regierung nur einen ganz kleinen Spalt zu den Verhandlungen öffnete und eine minimale Absprache ermöglichte. DF mag die Liberale Allianz daran gehindert haben, Spitzenverdiener zu bedienen, hat es aber selbst versäumt, die eigenen Wähler und Geringverdiener zu versorgen, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

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Die armen Kopenhagener

Apenrade/Aabenraa Ja, sagt Chefredakteur Gwyn Nissen, ein neuer und fairer Finanzausgleich innerhalb Dänemarks muss her. Doch der dürfe nicht zu Lasten der Kommunen zum Beispiel in Nordschleswig gehen. Im Gegenteil. Denn hier, wo nicht von der Nachbarschaft zu Kopenhagen profitiert wird, seien jahrelang wegen Fehlern im System Gelder nicht geflossen, die eigentlich hätten fließen müssen – von den Steuereinnahmen der Grenzland-Pendler, die auf das ganze Land verteilt werden, ganz zu schweigen.

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Jetzt wird es persönlich – und vor allem ernst

Apenrade/Aabenraa Die Rechte der Minderheiten Europas sind in der EU bisher nicht verankert – sondern gelten als Ländersache. Doch kaum einer Minderheit geht es so gut wie den Deutschen in Nordschleswig. Deshalb fordert Nordschleswiger-Chefredakteur Gwyn Nissen alle Leser auf, die „Minority SafePack Initiative“ zu unterstützen. „Es ist eine riesige Aufgabe, die nur ein Erfolg wird, wenn jeder von uns ein Stück Verantwortung übernimmt“, sagt er.

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Zweisprachige Politik

Apenrade/Aabenraa Die Schleswigsche Partei setzt bei Plakaten, Wahlsprüchen und Leserbriefen verstärkt auf die dänische Sprache und den nordschleswigschen Dialekt. Aber sie darf auch ihre Wurzeln, die Wähler der Minderheit, nicht vergessen. Anzeigen im Nordschleswiger oder eine W!R-Beilage allein reichen nicht aus. Es muss auch ein Gefühl rüberkommen, dass  die Kandidaten für „mich“ da sind, dass auch jeder in der Minderheit sich angesprochen fühlt. Ein mühsames, aber notwendiges politisches Handwerk, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

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Von Apenrade bis Katalonien

Apenrade/Aabenraa In der Folketings-Debatte war aus dem Munde von Lars Løkke, der fast eine Kommunalwahlkampf-Rede hielt, auch der Name Apenrade zukunftsträchtig zu hören, doch viel mehr wurde ein ganz anderer Ort, eine Region fernab von Dänemark diskutiert: Katalonien. Allerdings, der Staatsminister pochte auf das souveräne Recht der Nicht-Einmischung von außen und war auch nicht bereit, das spanische Vorgehen in Katalonien zu kritisieren. Wissend, dass Pandoras Büchse auch im Nordatlantik unterwegs ist, meint Siegfried Matlok.

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(Vor-)Geschichte zum 1:1

Apenrade/Aabenraa Im Juni 1992 stimmten die dänischen Spieler überglücklich – aber wohl auch unter etwas Alkoholeinfluss stehend das Schlachtlied an: „Deutschland, Deutschland – alles ist vorbei.“ 25 Jahre nach dem Triumph in Göteborg hat sich auch im deutsch-dänischen Verhältnis so vieles entscheidend verändert – und erfreulicherweise nicht nur auf dem Rasen, wo der Fußball-Weltmeister in Brøndby trotz einer B-Elf herzlich empfangen wurde, meint Siegfried Matlok.