Junge Spitzen

„Wichtig, in der Politik mitzumischen“

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Knivsberg /Knivsbjerg  
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Markus Styrbæk, Mads Hartung Andersen, Jonas Brakow (v. l.) bei der Suche nach Lösungsansätzen. Foto: Candussi

Beim Rekrutierungswochenende der Jugendpartei der deutschen Minderheit beschäftigen sich die Teilnehmer unter anderem mit dem Thema Mitbestimmung.

Am vergangenen Wochenende fand das sogenannte traditionelle Rekrutierungswochenende der jungen SPitzen, der Jugendvertretung der Schleswigschen Partei (SP) in der Bildungsstätte Knivsberg statt. Dabei ging es nicht nur darum, neue Mitglieder für die Vorstandsreihen zu gewinnen, sondern um Gespräche und Diskussionen über aktuelle Themen. So befassten sich die Teilnehmer unter anderem mit der Minority Safe Pack Initiative (MSPI) und der politischen Mitbestimmung Jugendlicher. Rund 20 junge SPitzen nahmen teil.

Eigene Netzwerke für MSPI nutzen

Bei dem ersten Workshop unter der Leitung von Thore Naujeck, Koordinator beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und SP-Mitglied, ging es für die Teilnehmer darum, Ideen für die Vermarktung der Minderheiteninitiative MSPI zu finden, denn, das machte Thore Naujeck klar, die Arbeit der jungen SPitzen ist wichtig für die Initiative. Nun sollen die persönlichen Netzwerke der jungen Minderheitler noch mehr genutzt werden, um Unterschriften für die MSPI zu sammeln. So will zum Beispiel junge SPitzen-Mitglied Johanna Jürgensen, die in Kopenhagen Politikwissenschaften (Statskundskab) studiert und sich dort im Verein „International Debat“ engagiert, diese Plattform nutzen, um für die Initiative zu werben.

Erste Lösungsansätze gefunden

Beim zweiten Workshop unter der Leitung von SP-Parteisekretärin Ruth Candussi konnten die Jungen Spitzen eigene Themen bearbeiten, die nach ihrer Ansicht wichtig für die Jugendpolitik sind. So beschäftigten sie sich in kleinen Gruppen unter anderem mit Ausbildung, Transport und Mitbestimmung.

Mehr Bildungsangebote durch Satelliten

„Für die jungen Leute in Nordschleswig ist es oftmals schwierig, an der Gemeinschaft teilzunehmen, denn der öffentliche Verkehr auf dem Land macht es oftmals schwer, vom Wohnort wegzukommen. Die Eltern müssen häufig als Fahrer herangezogen werden. Ein Lösungsansatz, der im Workshop erarbeitet wurde, ist es, den schon bestehenden „Flextrafik“ auszubauen und Mitfahrangebote, die es in den großen Städten schon gibt, auch auf dem Land anzubieten“, berichtet Ruth Candussi von den Ergebnissen.

Auch für das Thema Bildung gibt es Lösungsansätze von den jungen SPitzen. „Es wurde festgestellt, dass es zwar Bildungsangebote in der Region gibt, doch das könnte noch ausgeweitet werden“, berichtet die SP-Parteisekretärin von den vorgetragenen Herausforderungen der jungen Menschen. „Es wurde vorgeschlagen, für einige Studienzweige sogenannte Satelliten anzubieten, Außenstellen der großen Universitäten“, erzählt sie.

Herausforderung für die jungen SPitzen

Stephan Kleinschmidt, SP-Stadtratsmitglied in Sonderburg, forderte die jungen SPitzen beim Thema Mitbestimmung heraus, denn das wurde kontrovers diskutiert, erinnert sich Ruth Candussi. „Während die einen meinten, dass jungen Menschen doch schon Mitbestimmung gegeben sei, indem sie ab 18 wählen können und noch jüngere Jugendliche doch gar nicht die Wissensgrundlage hätten, um mitbestimmen zu können, meinten andere, dass Jugendräte wichtig seien, systematisch eingesetzt und mehr ,Macht‘ haben sollten“, sagt sie.

„Stephan machte jedoch deutlich, dass solche Foren für Jugendliche wichtig seien, um Wünsche und Forderungen an die Politik heranzutragen“, so Ruth Candussi. Das überzeugte, und als Folge dieses Workshops planen die jungen SPitzen nun eine erste Veranstaltung zum Thema Mitbestimmung und Demokratie.

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