Neujahrstagung

Abtauchen in Senktunnel und Selbstverständnis

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Sankelmark
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Adrian Schaeffer-Rolffs tauchte mit den Zuhörern sowohl in die Entstehung der Fehmarnbelt-Querung als auch in die Identität der Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland ab. Foto: Karin Riggelsen

Analyst der Femern A/S über das deutsch-dänische Projekt Fehmarn-Belt-Querung und seine Forschungen zu Minderheitenidentität.

Einen spontanen Einsatz auf der Neujahrstagung leistete Adrian Schaeffer-Rolffs, als er am Freitagnachmittag für seinen verhinderten Vorgesetzten Lars Friis Cornett einen Vortrag über die geplante Fehmarnbelt-Querung hielt. Als Analyst der mit Planung und Durchführung beauftragten Femern A/S gab er Einblicke und Informationen in und über die Länderverbindung, die auf 17,6 Kilometern Tunnellänge ab 2028 Deutschland und Dänemark zwischen Fehmarn und Rodby verbinden soll. Der Referent ging auf die europäische Perspektive des auf 7,1 Milliarden Euro veranschlagten Projektes ein.

„Der Verkehr zwischen Skandinavien und dem Rest Europas wird immer stärker und die jetzige Jütlandsroute wird auf Dauer nicht ausreichen, weder in Sachen Güterverkehr auf den Schienen noch auf der Straße“, so Schaeffer-Rolffs, der auch auf das noch offene Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite einging. Während Dänemark bereits 2015 ein entsprechendes Baugesetz verabschiedet hat, wird in Deutschland weiter geklagt und widersprochen.

Woher er den Optimismus nimmt, dass im Jahr 2020 Baubeginn sein kann?, so eine Frage aus dem Publikum. Der Analyst verwies auf entsprechende Untersuchungen und Bewertungen von Beratungsunternehmen.

Forschungsarbeit

Im zweiten Teil seines Vortrags zog Adrian Schaeffer-Rolffs seinen Hut als Minderheitenexperte an und erzählte von seiner Forschungsarbeit über deutsch-dänische Beziehungen und politische Teilhabe der Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland. Was macht die Identität eines Minderheitenmitglieds also aus? Der Referent lieferte mit einem Auszug an Antworten aus entsprechenden Interviews vielfältige Antworten.

Ob Sozialisation, Selbstverwirklichung, Gemeinschaft innerhalb einer Gruppe, das Kulturangebot, Symphatie oder schlicht der Umstand, „da einfach hineingeboren“ zu sein – die Vielfalt der gegebenen Erklärungen sprachen für sich davon, warum so viele Menschen Teil der deutschen oder dänischen Minderheit sein wollen.

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