Verkehr

Femern A/S soll Politiker nicht ausreichend informiert haben

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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So soll der Tunnel aufgebaut sein. Foto: Femern A/S

Baugesellschaft soll Warnungen deutscher Juristen vor Vertragsunterzeichnung verschwiegen haben.

Nach Berichten, der Bau der festen Verbindung über den Fehmarnbelt werde sich aufgrund der absehbaren Verzögerung der Genehmigungen in Deutschland um Milliardenbeträge verteuern, präsentiert die Zeitung „Jyllands-Posten“ neue Informationen, die Fragezeichen hinter das Milliardenprojekt setzen. Die Zeitung berichtet, dass eine juristische Beraterin der staatlichen dänischen Baugesellschaft Femern A/S im Jahre 2010 von der Einleitung der Auftragsausschreibung und der Unterzeichnung von Bauaufträgen im Umfang von 30 Milliarden Kronen vor Klärung der Genehmigungsverfahren in Deutschland abgeraten habe.

Laut „Jyllands-Posten“ seien diese Ratschläge allerdings nicht den zuständigen Folketingspolitikern übermittelt worden. Der Folketingsabgeordnete Hans Christian Schmidt (Venstre), der zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse über das Bauvorhaben 2016 Transportminister gewesen ist, sagte gegenüber „Jyllands-Posten“, dass die Schreiben der juristischen Beraterin Bettins Enderle, die bereits 2013 durch andere Juristen ersetzt worden war, hätten präsentiert werden müssen. Enderle ist Spezialistin für deutsches Umweltrecht. Schmidt meinte gegenüber „Jyllands-Posten“: „Wo sind die Papiere gewesen? Wir müssen dass jetzt untersuchen lassen.“

Kritik kommt auch von anderer Fraktionen. Der transportpolitische Sprecher der Radikalen Venstre, Andreas Steenberg, stellte fest, dass Femern A/S von Anfang an deutschen Genehmigungsprozeduren unterschätzt habe.

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