Sommerreifen

Reifen selbst wechseln – so geht’s

Julius Born
Apenrade/Aabenraa
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Neben dem Wagenheber sollte immer noch etwas anderes zum absichern genutzt werden. Foto: dpa

Wer nicht auf einen Termin beim Händler warten will, rüstet seinen Pkw eigenhändig auf Sommerbereifung um. Hier ein paar Tipps, was dabei zu beachten ist.

Winterreifen von „O“ bis „O“ lautet die Devise, also von Oktober bis Ostern. Das heißt, in diesen Tagen sind die meisten Reifenhändler völlig überlastet, und es passiert nicht selten, dass Kunden auf einen Termin einige Tage warten müssen – in Extremfällen sogar einige Wochen.

Wer nicht warten oder schlicht Geld sparen möchte, kann seine Reifen auch selbst wechseln. Für einen Wechsel in der heimischen Einfahrt müssen allerdings einige Dinge beachtet werden. „Zuerst einmal sollten die Reifen, die man wechseln möchte, schon auf Felgen sein. Ein Ab- und Aufziehen von Reifen mit Hausmitteln ist nahezu unmöglich. Zusätzlich muss noch auf andere Dinge wie das Auswuchten geachtet werden, weshalb so etwas nicht Amateure machen sollten“, rät Kfz-Spezialist Matthias Westphal aus Hamburg. Reifen auf Felgen sind jedoch einfacher zu wechseln, weshalb das auch zu Hause gemacht werden kann.

Das Werkzeug

„Man braucht ein Radschlüssel, einen Wagenheber, Unterstellböcke und einen Drehmomentschlüssel. Wagenheber und Radschlüssel gehören bei den meisten Autos bis Baujahr 2000 zum Bordwerkzeug. Der Rest kann im Baumarkt, Internet oder beim Autoteilehändler erworben werden“, so der Experte, der empfiehlt, die Radschrauben zu lösen, während das Auto noch auf dem Boden steht. Das Fahrzeug sollte auf einem festen und ebenen Untergrund abgestellt und die Handbremse gezogen sein.
Danach kommt der Wagenheber zum Einsatz, und das Auto kann an den dafür vorgesehenen Stellen angehoben werden.

„Sicherheit hat höchste Priorität, das sollte immer im Hinterkopf sein. Sind die Schrauben eines Rades angelöst und hat man das Auto an einer Seite angehoben (Anm. d. Red.: Die Hebepunkte des Autos sind im Handbuch des Autos dargestellt), ist es wichtig, einen Unterstellbock zu verwenden. Er verhindert, dass das Auto herunterfällt, wenn der Wagenheber abrutscht oder den Geist aufgibt. Gerade bei den Bord-Wagenhebern ist diese Methode dringend notwendig“, so Westphal.

Markierungen helfen

Nach diesen Schritten können die Schrauben endgültig gelöst und das Rad abgenommen werden. „Am besten markiert man, welcher Reifen wo am Auto montiert war und setzt diesen beim Wechsel wieder dort auf, wo er herkommt“, rät der Mann, der fast täglich Reifen wechselt. Sind die Schrauben angesetzt, können sie so gut wie möglich festgeschraubt werden. Danach kann das Auto wieder abgelassen werden, aber nicht ganz. „Die Schrauben zentrieren unter anderem das Rad auf der Nabe, deshalb müssen diese festgeschraubt werden, wenn das Rad noch nicht vollständig belastet ist.

Wenn der Reifen den Boden berührt und das Auto leicht einfedert, können die Räder mit dem richtigen Anzugsmoment mit dem Drehmomentschlüssel angeschraubt werden. Als Faustregel gelten 120 Newtonmeter bei Alufelgen. Genauere Angaben erfährt man beim Autohersteller. Nach 50 bis 100 Kilometern schadet es nicht, die Reifen noch einmal nachzuziehen“, versichert der Spezialist. Das Ganze muss dann für die anderen Räder wiederholt werden – und der Reifenwechsel ist gemacht.

Westphal rät allerdings dringend, die Werkstatt oder den Reifenservice zu konsultieren, sobald man die leichtesten Zweifel, Unsicherheiten oder Probleme hat. Denn weder er noch Der Nordschleswiger können die Haftung für eventuelle Unfälle übernehmen.

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