11Freunde in Sonderburg

Schwalben, Erektionen, Kaffee-Umrührer

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Sonderburg/Sønderborg
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Philipp Köster und Jens Kirschneck zu Gast in Sonderburg. Foto: dodo

Die schönsten Anekdoten und skurrilsten Funde aus der Welt des Fußballs: Die 11Freunde-Redakteure Philipp Köster und Jens Kirschneck waren zu Gast in Sonderburg, erzählten aus ihrem Redaktionsalltag und strapazierten die Lachmuskeln des Publikums bis auf das Äußerste.

Was machen Medienredaktionen mit einem Foto von Mario Götze, auf dem er im Sommerurlaub in Badebekleidung mit sichtbarer Erektion auf einer Yacht steht? Richtig, sie lassen die Finger davon, ein zu heißes Eisen, niemand würde es veröffentlichen. Niemand? Niemand, außer ein 19-jähriger Praktikant der 11Freunde-Redaktion morgens um neun Uhr. „Er hätte es ja auch einfach nur veröffentlichen können, aber er schreibt auch noch darunter: Sommerpause ist, wenn man bei Latte nicht gleich an Macchiato denkt.“

So nur eine von unzähligen Anekdoten aus ihrem Redaktionsalltag, die der Chefredakteur des Fußballmagazins 11Freunde, Philipp Köster, und sein Kollege Jens Kirschneck am Sonnabendabend auf Einladung des Bundes Deutscher Nordschleswiger mit ins Sønderborghus nach Sonderburg brachten, und die den rund 130 Gästen wiederholt die Tränen in die Augen trieben.

Der schlüpfrige Spaß des Praktikanten hätte der Redaktion fast 10.000 Euro gekostet. „Wir haben bei der Beratungsagentur angerufen, die waren zum Glück gnädig gestimmt, weil die einzige schwachsinnige Zeitung, die das Bild veröffentlicht hatte, der 'Blick' aus der Schweiz, die 10.000 Euro schon überwiesen hatte“, erzählt Köster.

Video: René Schneider

Seit 13 Jahren auf Tour

Das seit dem Jahr 2000 erscheinende Berliner Magazin ist in der Fußballszene zu einer festen Größe geworden. Mit Reportagen und Interviews fernab von langweiligen Tabellen und Statistiken – und mit einer großen Portion Humor, mit dem die beiden Redakteure nun seit 13 Jahren auf Tour sind und Texte und Filme über die schönste Nebensache der Welt präsentieren.

Das Publikum war bester Laune. Foto: Lukas Severin

Ist Lothar Matthäus wirklich so?

Eine Frage stellen sich Fußballfans schon sehr lange: Ist Lothar Matthäus eigentlich wirklich so, wie es das vermeindliche Klischee vermittelt? Die 11Freunde-Redakteure konnten diese Frage mit einem deutlichen Ja beantworten und berichteten von einem Interview in einem Hotel in Budapest, bei dem Matthäus direkt nach dem Eintreffen die Kellnerin anbaggerte, diese auf Englisch ansprach, „um sich als Weltmann zu präsentieren“, obwohl die Kellnerin auf Deutsch nach der Bestellung fragte, und dabei noch einen Anruf seiner Frau wegdrückte. Das Sønderborghus tobte.

Verwundert waren die beiden auch, wofür es beim Sportsender Sky alles eigene Leute mit eigenen Fachkompetenzen gibt. Sie stellten ein Handyvideo eines Sky-Praktikanten vor, in dem sich Moderator Patrick Wasserzieher von einer anderen Person den Kaffee umrühren ließ. Neben lautem Gelächter gab es diesmal auch große Augen unter den Gästen in Sonderburg.

Schwalben und Verletzte

Das Publikum klebte Köster und Kirschneck förmlich an den Lippen, denen es gelang, einen humorvollen Höhepunkt nach dem anderen zu erreichen. In Anlehnung an den Ballon d´Or, dem goldenen Ball für Europas Fußballer des Jahres, präsentierten die 11Freunde-Redakteure in einem Video den Fallon d´Floor, die Auszeichnung für die beste Schwalbe.

Ein weiteres Highlight des Abends war der Darwin-Award. Jens Kirschneck las seine Top 20 der absurdesten Fußballer-Verletzungen vor. Diese reichten von Spielern, die in der Urinpfütze ihres Hundes ausrutschten oder sich am Flughafen die Bordkarte ins Auge rammten bis hin zu Fußballern, die beim Joggen mit einem Elch kollidierten oder ihr wegrollendes Auto mit dem Fuß zu stoppen versuchten.

Auch mit eigenen Erlebnissen aus dem Amateurfußball, Auswärtsfahrten mit dem Arminia Bielefeld-Fanclub, eigenen Trainererfahrungen mit der Jugendmannschaft ihrer Kinder oder Erzählungen, wie sie dem Einsatz in der Alt-Herren-Mannschaft entronnen sind, trafen die beiden Redakteure vollends den Lachnerv der Gäste. So benötigten sie auch zwei Zugaben, bevor das Publikum den Schlusspfiff von Philipp Köster und Jens Kirschneck letztendlich akzeptierte.

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